282 v. Chr. zerstörte Phintias, der Tyrann von Akragas, die Stadt Gela und verschleppte ihre Bewohner in eine von Grund auf neu gegründete Stadt, der er seinen eigenen Namen gab: Phintias, italienisch Finziade. Es war die letzte griechische Kolonie, die auf Sizilien entstand, und festgehalten hat ihre Gründung der Geschichtsschreiber Diodor von Sizilien. Ihre Spuren treten heute auf dem Monte Sant'Angelo zutage, im Gebiet von Licata an der Südküste der Insel.
Sehenswertes
Die Ausgrabungsstätte liegt auf der Anhöhe des Monte Sant'Angelo, wo zwischen 2003 und 2005 die Grabungskampagnen unter der Leitung des Archäologen Gioacchino Francesco La Torre den Grundriss der hellenistischen Stadt freigelegt haben. Hier lässt sich der Werdegang der letzten griechischen Gründung der Insel ablesen: Die Steine erzählen eine Geschichte, die mit der Verschleppung der Bewohner von Gela beginnt und sich durch die Kriege fortsetzt, die das antike Sizilien prägten. Nicht weit von hier wurde 310 v. Chr. die Schlacht am Monte Ecnomo geschlagen, in der Agathokles den Karthagern unterlag und die Stadt in deren Hände fiel. Die Wende kam mit dem Ersten Punischen Krieg: Vor dieser Küste schlug die römische Flotte unter Marcus Atilius Regulus die karthagische in der Schlacht am Kap Ecnomus, die in den antiken Quellen wegen der Zahl der beteiligten Männer und Schiffe als „die größte Seeschlacht“ der Antike gilt. Unter römischer Herrschaft wurde Finziade zu einem regen Handelsplatz, begünstigt durch die Nähe zur afrikanischen Küste und durch die Verbindungen nach Halaesa auf der tyrrhenischen Seite. Ihr Name taucht in der Form Phintia sogar in Ciceros Reden gegen Verres auf.
Tipp der Redaktion
Besorge dir vor dem Aufstieg den Grabungsführer von Gioacchino Francesco La Torre („Finziade. L'ultima fondazione greca di Sicilia“, 2008): Ohne einen Faden, der die Reste zusammenbindet, bleibt ein Ausgrabungsgelände wie dieses leicht stumm. Auf derselben Anhöhe steht auch das Castel Sant'Angelo, das sich gut in denselben Besuch einbauen lässt, wenn du den Bogen von der griechischen Zeit zu den folgenden Jahrhunderten schlagen willst.
