Durch archäologische Ausgrabungen zwischen 1952 und 1969 ans Licht gebracht, erhebt sich das prähistorische Dorf der Montagnola von Capo Graziano auf etwa 100 Metern über dem Meeresspiegel auf der Insel Filicudi. Die Siedlung stammt aus der mittleren Bronzezeit und entstand aus Verteidigungsgründen, die die örtliche Bevölkerung dazu bewegten, die frühere Küstensiedlung von Filo Braccio zu verlassen und sich auf dieser natürlichen Terrasse zu verschanzen.
Sehenswertes
Der Wohnkomplex erstreckt sich über die Hochebene und die oberen Ebenen der Anhöhe und umfasst siebenundzwanzig ovale Hütten, die aneinandergebaut sind. Die Abmessungen der Behausungen reichen von 3 bis 6 Metern im Durchmesser. Baulich wurden sie mit Trockenmauern zwischen 50 und 60 Zentimetern Breite errichtet, auf denen die Holzstruktur und das Dach aufsetzten, während der Bodenbelag abgesenkt war, um halb eingegrabene Räume zu schaffen. Die Grabung dokumentierte den Übergang von der ersten zur zweiten Phase der Capo-Graziano-Kultur (1650-1400 v. Chr.), bezeugt durch importierte ägäische Keramikgefäße, auf der Töpferscheibe gearbeitet und braun und rot verziert. Im südlichen Abschnitt ist eine bedeutende städtebauliche Veränderung zu erkennen, die mit der nachfolgenden Thapsos-Milazzese-Kultur (1400-1190 v. Chr.) zusammenhängt, einer Zeit, in der die bestehenden Strukturen von sizilianischen Bevölkerungen umgebaut wurden, um befestigte Unterkünfte zu errichten. Wie der Archäologe Luigi Bernabò Brea hervorhob, zeigt die hohe Menge ägäischer Keramikfragmente, wie Filicudi zu einem Umschlagplatz des mediterranen Handels geworden war, wo die Seefahrer der Ägäis ihre kunsthandwerklichen und gewerblichen Erzeugnisse gegen die örtlichen Rohstoffe tauschten.
Der Besuch
Das archäologische Areal erlaubt es, die Terrassierung auf 100 Metern Höhe abzuschreiten und aus der Nähe den Grundriss der siebenundzwanzig ovalen Hütten zu betrachten. Die Überlagerung des Mauerwerks macht die historische Schichtung der Siedlung und den Unterschied zwischen den ersten Behausungen und den Umbauten der Thapsos-Milazzese-Epoche sichtbar.
Tipp der Redaktion
Um die Organisation des städtischen Raums am besten zu erfassen, empfiehlt es sich, dem Südsektor der Siedlung besondere Aufmerksamkeit zu schenken, wo die baulichen Veränderungen an den bereits bestehenden Hütten den Übergang zwischen den beiden verschiedenen historischen Besiedlungsperioden des Ortes deutlich zeigen.
