1980 brachte im nordöstlichen Teil der Insel Stromboli die Entdeckung des prähistorischen Dorfes von San Vincenzo eine Siedlung ans Licht, die vom Neolithikum bis in die Bronzezeit, bis in die römische und mittelalterliche Epoche bewohnt war. Die 2009 begonnenen systematischen Untersuchungen ermöglichten die Rekonstruktion der verschiedenen Besiedlungsphasen dieses Ortes der Capo-Graziano-Kultur I und II.
Sehenswertes
Die bronzezeitliche Siedlung war auf einer Reihe künstlicher Terrassierungen angelegt, die von Steinmauern gestützt wurden. Auf den verschiedenen Ebenen standen Hütten mit kreisförmigem oder ovalem Grundriss, aus Trockenmauern aus örtlichem Lavagestein errichtet, wobei die imposantesten Strukturen über 10 Meter im Durchmesser erreichten. Die Keramikfunde bezeugen einen intensiven Handelsaustausch mit Kalabrien, Sizilien und den anderen Äolischen Inseln sowie den Import von Keramik und Glasperlen aus der Ägäis, die auf das Späthelladikum I-II (1650-1400 v. Chr.) zurückgehen. Palynologische Studien ermöglichten die archäoökologische Rekonstruktion der mittleren Bronzezeit. Der Reichtum des Handels setzte das Dorf Plünderungen aus, was um die Mitte des zweiten Jahrtausends v. Chr. zu seiner Aufgabe und zur Umsiedlung der Bewohner auf besser verteidigbare Anhöhen führte. Der Ort ist durch ein Dekret über das kulturelle Interesse der Region Sizilien geschützt.
Der Besuch
Die archäologische Stätte liegt im nordöstlichen Abschnitt der Insel Stromboli. Das Areal bewahrt die Gliederung der Terrassierungen und den Umriss der prähistorischen Behausungen aus Lavagestein.
Tipp der Redaktion
Beim Betrachten der Fundamente der bronzezeitlichen Behausungen sollte man die Größe der bedeutenderen Strukturen beachten, deren Ausmaß von über zehn Metern ein bemerkenswertes Zeugnis für die Siedlungen der Capo-Graziano-Kultur im äolischen Archipel darstellt.
