Larciano

Provinz: Pistoia · Region: Toskana · Einwohner: 6.418 · PLZ: 51036

Larciano ist ein Ort, der acht Jahrhunderte lang jemand anderem gehörte. Der Name kommt vom etruskischen Larth und erscheint 942 als villa Larsiana und 1046 als Arciano; die Burg gehörte den Grafen Guidi und ist 1099 bezeugt. 1226 kaufte die Kommune Pistoia die Burg mit Hof, Bezirk und Gerichtsbarkeit für sechstausend pisanische Lire, und mit ihr die drei villae Cecina, Casi und Collecchio samt Feldern, Weinbergen und Wäldern. Sie wurde zu einem Eckpfeiler der pistoieser Verteidigung auf den monti di sotto: 1302 gleich nach der Kapitulation von Serravalle verloren, wurde sie 1310 für zehntausend Goldgulden zurückgekauft. Ab 1401 florentinische Podesteria, dann mit Serravalle und zuletzt mit Lamporecchio verbunden, ist Larciano erst seit dem 1. Juli 1897 eine eigenständige Gemeinde, mit dem Rathaus in San Rocco und nicht in der Burg.

Am 23. August 1944 wurde das Gebiet von Larciano bei Castelmartini Schauplatz des Massakers im Padule di Fucecchio: sechsunddreißig der Opfer stammten aus der Gemeinde. Auf dem alten Friedhof steht seit dem 23. August 1996 der Giardino della Memoria, wo Andrea Damis Arbeit Paysage sechsunddreißig bearbeitete Platten auslegt, eine für jeden: viereckige und würfelförmige Zeichen für die Frauen, runde für die Männer, und keine Form gleicht der anderen, wie es auch die Leben nicht taten. Im September 2002 wurde dort das Denkmal aus Carrara-Marmor von Gino Terreni enthüllt, in Anwesenheit von Staatspräsident Ciampi. Am 26. Januar 2025 nahmen zwei Stolpersteine vor dem Rathaus die Namen von Leone Molho und Salomone Mordo auf, griechisch-jüdische Flüchtlinge, die im Ort interniert und dann deportiert wurden.

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