Der Palazzo Fedrigotti am Corso Bettini in Rovereto wurde im letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts für Giovan Pietro Fedrigotti gebaut, der 1790 zum Grafen des Heiligen Römischen Reiches ernannt worden war. Die Fedrigotti aus Sacco waren mit Holz, Seide und seit 1750 mit dem Privileg reich geworden, den Postverkehr zwischen Calliano und Torbole zu betreiben. Der Entwurf stammt von Ambrogio Rosmini, Architekt und Maler aus Rovereto, der ihn in einem Album mit zwanzig Tafeln sammelte und mit einem Anagramm signierte; die Ausführung lag beim Maurermeister Carlo Caminada. 1796 muss der Palast fertig gewesen sein, denn Napoleon Bonaparte quartierte sich mit seinem Gefolge dort ein.
Sehenswertes
Es ist ein klassizistischer Bau in einer damals noch barocken Stadt. Die Fassade am Corso, mit Erdgeschoss, Hauptgeschoss und Mezzanin, getrennt durch schmale Bänder aus weißem Stein, ist glatt, ohne Eckquaderung, und vertraut ganz auf den gleichmäßigen Rhythmus der Fenster: Das einzige plastische Element ist das Steinportal, das die Mitte betont.
Im Inneren liegt ein kreisrunder Hof, der an den von Caprarola erinnert und im Erdgeschoss mit derselben Rustika verkleidet ist wie außen. Einige Räume sind mit Stuck geschmückt.
Der Besuch
Seit 2005 gehört der Palast zur Universität Trient, die dort Büros und Labors hat: Der Zugang zu den Innenräumen ist bei der Universität zu erfragen.
Tipp der Redaktion
Die Fedrigotti behielten ihn bis 1920, als er an das Institut der Englischen Fräulein ging, das daraus ein Mädcheninternat machte. Zuvor hatte zu den Gästen auch Eugène de Beauharnais gehört, Vizekönig von Italien, und 1810 war der Palast Sitz der Vizepräfektur von Rovereto.

