Die Kapelle Sant'Adalberto ist eine entweihte Kapelle im Parco Gocciadoro, dem größten Stadtpark von Trento, im romanischen Stil und vom Dom der Stadt inspiriert.
Sehenswertes
Der Hauptbau ist ein Saal auf achteckigem Grundriss, mit steinverkleideten Außenwänden, die oben in kleinen Bogengalerien enden; der Fassade ist ein kleiner Portalvorbau mit Doppelsäulen vorgelagert, mit einem Giebel, den aufsteigende Bögelchen säumen, während an der Rückseite das Volumen der polygonalen Apsis hervortritt. Auf dem Dach aus Porphyrplatten erhebt sich ein Laternenaufsatz mit einer Glocke. Im Inneren ist die Kapelle mit Bändern an den Ecken und mit den Figuren der vier Evangelisten in der Kuppel geschmückt; der Altar aus weißem Marmor trägt eine Sgraffito-Tafel mit zwei Engeln und eucharistischen Symbolen, darüber eine Kopie des ursprünglichen Altarbilds, das den Titelheiligen zeigt, ein Werk von Eugenio Prati.
Der Bau wurde vom Trentiner Anwalt Pietro Bernardelli, Abgeordnetem im Wiener Parlament und damals Eigentümer des Parkgeländes, in Auftrag gegeben, um an einen Neffen namens Adalberto zu erinnern, Sohn seines Bruders Giovanni Antonio, der 1857 mit neunzehn Jahren starb. Der Entwurf wurde Francesco Saverio Tamanini anvertraut, der sich auch mit der Restaurierung eines Bildstocks in der Bolghera am Fuß des Hügels befasste; die Kapelle wurde erst nach dem Tod des Auftraggebers gebaut, 1872, und 1873 geweiht. Der Urheber der Ausstattung ist unbekannt: Vermutet wird die Beteiligung von Giuseppe Lona oder Luigi Spreafico, die beide auch im Dom von Trento arbeiteten. 1975 entweiht, blieb die Kapelle jahrzehntelang verwahrlost und Vandalismus ausgesetzt, bis zur Restaurierung 2010-2011 im Auftrag der Gemeinde Trento, die sie bereits erworben hatte.
Der Besuch
Die Kapelle steht im Parco Gocciadoro und ist kein Ort des Gottesdienstes mehr; das Äußere sieht man vom Park aus, während eventuelle Öffnungen des Inneren bei der Gemeinde zu erfragen sind, da die herangezogenen Quellen sie nicht nennen.
Tipp der Redaktion
Vergleichen Sie die Kapelle mit dem Dom: Die romanische Anlehnung ist unübersehbar, und es lohnt sich, die kleinen Bogengalerien, die die achteckigen Wände oben abschließen, aus der Nähe zu betrachten.

