Der Palazzo Salvadori ist ein historisches Gebäude in Trento an der Via Manci, früher Via Lunga, eines der ersten Beispiele der zivilen Renaissancearchitektur der Stadt, und zugleich mit der Erinnerung an eine falsche Anschuldigung verbunden, die die jüdische Gemeinde traf.
Sehenswertes
Der Palast wurde vom lombardischen Baumeister Lucio Tosani entworfen und ab dem 15. August 1515 unter der Herrschaft des Fürstbischofs Bernardo Clesio gebaut; er steht auf den Fundamenten der alten Synagoge der kleinen jüdischen Gemeinde der Stadt. Lange gehörte er der Familie Trauttmansdorff. Das Gebäude hat zwei Tore, über denen sich zwei Medaillons aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts befinden, von Francesco Oradini gemalt, die das angebliche Martyrium und die Verherrlichung des Simonino von Trient darstellen.
Simonino war ein Kind, das an Ostern 1475 tot aufgefunden wurde: Die Juden von Trento wurden fälschlich eines Ritualmordes beschuldigt, fünfzehn wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt, und die verbliebenen jüdischen Familien wurden vertrieben. Beschuldigungen dieser Art, als Blutbeschuldigung bekannt, wurden jahrhundertelang im christlichen Europa benutzt, um Juden zu verfolgen. Simonino wurde bis 1965 als Seliger verehrt; nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurde der Kult verboten. Die Medaillons an der Fassade sind heute ein Zeugnis jener Verfolgung und nicht eines wirklichen Ereignisses.
Der Besuch
Der Palazzo Salvadori steht an der Via Manci und wird von der Straße aus betrachtet; Öffnungszeiten und eine eventuelle Möglichkeit, hineinzugehen, sind zu prüfen, da die herangezogenen Quellen sie nicht nennen.
Tipp der Redaktion
Betrachten Sie die beiden Medaillons über den Toren im Wissen, was sie erzählen: kein Wunder, sondern eine Verleumdung, die fünfzehn Menschen das Leben kostete und eine Gemeinde vertrieb, auf den Fundamenten ihrer eigenen Synagoge.



