Eine alte Überlieferung erzählt, diese Kirche sei Padua von jenen geschenkt worden, die Venedig gründeten. Nach 421 hätten die Gemeinschaften, die die Inseln Rivoalto und Dorsoduro besiedelten, den Paduanern danken wollen, und das Geschenk war ein Bau, dem vierten Bischof von Rom geweiht. Es ist eine Legende, doch von den ältesten Geschichtsschreibern beider Städte berichtet.
Sehenswertes
Die Kirche erscheint 1190 in Urkunden und wurde im vierzehnten Jahrhundert Pfarrkirche; wachsen ließen sie die Zünfte der nahen Märkte, die eigene Altäre und Erneuerungen in Auftrag gaben. Vom Ende des vierzehnten Jahrhunderts an wurde hier jedes Jahr ein Sieg der da Carrara über die Scaliger begangen: eine Kirche des Platzes, dem Handel und der städtischen Macht verbunden.
Der mittelalterliche Bau wurde im sechzehnten Jahrhundert stark verändert, als man den Platz davor neu ordnete, und danach nochmals in zwei Jahrhunderten, sodass von der Gotik wenig sichtbar blieb. Drinnen ruht Tiziano Minio, ein paduanischer Bildhauer der Renaissance, und die Altäre bewahren die von den Zünften bezahlten Werke.
Der Besuch
Die Kirche steht an der Piazza dei Signori, unter dem Uhrturm, an der belebtesten Stelle Paduas; Eintritt frei, kurze und an die Gottesdienste gebundene Zeiten, und man findet sie leicht geschlossen. Eine Viertelstunde.
Tipp der Redaktion
Sehen Sie, wie die Fassade sich am Platz ausrichtet: Nicht der Platz hat sich der Kirche angepasst, sondern umgekehrt. Als die Venezianer diesen Raum zum Zentrum der Macht umbauten, wurde die Kirche beschnitten und in eine Linie mit den übrigen Fronten gebracht. Städte formen auch heilige Bauten um, wenn es ihnen dient.
