Die «Burg von Roncade» ist keine Burg: Sie ist eine venezianische Villa des frühen sechzehnten Jahrhunderts, eingeschlossen in einen Ring aus Zinnenmauern mit wuchtigen Ecktürmen und einem Graben ringsum, als wäre sie eine mittelalterliche Festung. Erbaut haben sie Agnesina Badoer und ihr Mann Girolamo Giustinian: 1514 waren die Arbeiten bereits im Gange, 1522 konnte das Haus bedeutende Gäste aufnehmen, und auf einer Karte von 1536 erscheint der Bau schon so, wie man ihn heute sieht, Mauern und Türme eingeschlossen. Im Jahr 1915 kaufte die Familie Ciani Bassetti die Villa, der sie noch immer gehört.
Agnesina, die vom Vater durch ein Testament von 1495 das gesamte Vermögen geerbt hatte, beließ es jedoch nicht beim Bauen. Der Vater hatte für die Familienkapelle einen Marmoraltar samt Bildprogramm geplant; nach seinem Tod änderte sie es, ersetzte die Figur des heiligen Benedikt durch den heiligen Jakobus, fügte den heiligen Hieronymus hinzu und stellte den Erzengel Michael und die heilige Agnes an Ehrenplätze, die Patrone ihrer Mutter und ihre eigenen. Im Oratorium der Villa, der heiligen Anna geweiht, stehen ihre und ihres Mannes Büsten. Das übrige Gebiet von Roncade hatten die Römerstraßen geformt — die Via Claudia Augusta Altinate, 15 v. Chr. vom Feldherrn Drusus gebaut, und die Via Annia — und danach die Collalto, die seit dem zehnten Jahrhundert die Herren waren.
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Außerhalb von Roncade, aber als Ausflug gut erreichbar.
