Torcello hat heute etwa zehn Einwohner, eine Grasfläche, zwei Kirchen und einen Kanal. Vor tausendfünfhundert Jahren war es die wichtigste Stadt der Lagune, jene, aus der Venedig entstand: Tausende lebten hier, es gab Paläste, Werften und Bischöfe. Dann leerten Malaria und die Verlandung der Kanäle den Ort, die Steine wurden fortgeschafft, um anderswo zu bauen, und dies blieb übrig. Das Museum sammelt die Stücke.
Sehenswertes
Die Sammlungen liegen in den beiden mittelalterlichen Palästen, die den Platz abschließen, dem Palast des Rates und dem des Archivs, Bauten des vierzehnten Jahrhunderts, die der Präfekt, der das Museum gründete, 1870 vor dem Verfall rettete. Im archäologischen Geschoss stehen die römischen und vorrömischen Funde der Lagune und des nahen Festlands, mit Gläsern, Bronzen und Keramik.
Die mittelalterliche und neuzeitliche Abteilung birgt dagegen die Fragmente aus der Basilika und den verschwundenen Kirchen der Insel: Kapitelle, geschnitzte Schranken, Mosaiksteine, Inschriften und Stücke der Kirchenausstattung. Es ist Strandgut, und so soll man es ansehen: was von einer Stadt blieb, die es nicht mehr gibt, geordnet in zwei Häusern, die ihr Rathaus waren.
Der Besuch
Das Museum liegt am Platz von Torcello, gegenüber der Basilika; man kommt mit dem Vaporetto von Burano in kurzer Fahrt, dann zehn Minuten zu Fuß am Kanal entlang. Eintritt gegen Gebühr, mit Kombikarte für die Basilika, Ruhetag zu prüfen. Eine Stunde.
Tipp der Redaktion
Gehen Sie erst ins Museum, treten Sie dann auf den Platz und sehen Sie sich um: Sie begreifen, dass das Gras vor Ihnen die Fundamente der Häuser bedeckt, aus denen die eben gesehenen Stücke stammen. An wenigen Orten Italiens sieht man so deutlich, dass eine Stadt ganz verschwinden kann und dass die Lagune sie zurücknimmt.
