Man nannte sie die Burg des Bischofs: Jahrhundertelang verbrachten die Bischöfe von Aosta hier den Sommer, inmitten der Wälder, Weiden und Ländereien, die sie ringsum besaßen. In den Urkunden erscheint sie erstmals 1305, als domus episcopalis apud Chalvenzo.
Sehenswertes
Von der mittelalterlichen Burg blieb wenig: ein Stück Ringmauer und im Nordwesten die Reste eines kleinen Rundturms aus dem 14. Jahrhundert, das einzige übrig gebliebene Zeichen ihrer wehrhaften Vergangenheit. Der Rest wurde stark überformt und 1971 verputzt, um endgültig zum Wohnhaus zu werden. Sie steht nahe der Pfarrkirche; in derselben Gemeinde, zwischen Hauptort und Pont-Suaz, blieb der Sockel der Tornettaz erhalten, Teil des Netzes von Signaltürmen in Sichtkontakt mit den Burgen des Tals.
Der Besuch
Sie ist in Privatbesitz und nicht zu besichtigen: Man erkennt sie von der Straße aus. Ihre ernsteste Stunde kam mit der Pest von 1630, als der Conseil des Commis, die lokale Regierung, hier zusammentrat, um die wichtigsten Entscheidungen zu treffen. Bischof Arduce de Pont-Saint-Martin weilte mehrfach hier und verfügte über sie in seinem Testament am Tag vor seinem Tod, 1327. 1868 enteignete der italienische Staat den Kirchenbesitz, und die Burg ging an einheimische Familien über, die einen Bauernhof daraus machten.
Tipp der Redaktion
Als eigenes Ziel trägt sie nicht: Sie liegt an der Straße hinauf zur Einsiedelei San Grato und taugt als Halt von zwei Minuten, bevor man Höhe gewinnt.
