🏰 Burgen und Schlösser

Torre de La Plantaz

📍 Gressan, Aostatal · 49/100

An der Nordseite öffnen sich zwei Hocheingänge, einer fünf Meter über dem Boden, der andere acht: Zwei solche Türen, sicher gleich alt wie der Turm, gibt es in keinem anderen Bau des Aostatals. Erreichbar waren sie über hölzerne Umgänge, von denen die Balkenlöcher blieben, wahrscheinlich durch eine abnehmbare Leiter verbunden.

Sehenswertes

Der Turm ist ein quadratischer Steinblock, zehneinhalb Meter Seitenlänge bei viereinhalb Metern über zehn Höhe, mit drei innen eingestürzten Geschossen. Fenster hat er keine, nur Schießscharten an der Ost-, West- und Südseite, nach innen geweitet und aus Tuffkeilen gemauert. Die Mauern messen an der Basis 2,60 Meter und verjüngen sich auf 2,15: fachgerecht aufgeführt, stehen sie noch heute im Lot. Forscher wie André Zanotto sehen Parallelen zur Tour de l'Archet in Morgex und zum Turm von Ville in Arnad und erklären die Masse mit der Lage: hier in der Ebene gab es keine natürlichen Verteidigungen.

Der Besuch

Der Turm ist eine Ruine und wegen Einsturzgefahr nicht zugänglich: Man betrachtet ihn von außen, in der Ebene zwischen Gressan und Jovençan, fünf Gehminuten von der Burg Tour de Villa. Über die Bauzeit streiten die Quellen: Die einen setzen ihn ins 11., die anderen ins 12. Jahrhundert, als Werk der De Plantata, der namengebenden Familie. Nach ihnen kam er an die Bardonanche, dann an die Vallaise und 1886 an die Impérial von Gressan, denen er noch gehört.

Tipp der Redaktion

Manche wollten hier einen römischen Turm sehen, wegen der Ähnlichkeit mit der Ringmauer von Augusta Praetoria: Bestätigt wurde das nie, es zeigt aber, wie ungewöhnlich der Bau ist. Den Spaziergang von der Burg ist er wert, eine eigene Anreise nicht.

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