🏰 Burgen und Schlösser

castello di Tour de Villa

📍 Gressan, Aostatal · 52/100

Eine Zeit lang hieß er Turm der Armen: Er war an die Pfarrei Saint-Laurent in Aosta gefallen, die seine Erträge der Armenkasse zuwies. Zuvor gehörte er den Herren von Villa au Gressan, die ihn um 1191 errichten ließen und zu den ältesten Adelsfamilien des Aostatals zählten, im Tal schon vor dem Jahr 1000 nachweisbar.

Sehenswertes

Zwei Baukörper heben sich ab: der quadratische Turm des 12. Jahrhunderts aus Tuffblöcken und Granitquadern und der halbrunde Wohnflügel, im 15. Jahrhundert über drei Geschosse angefügt. Der Turm hat keine Fenster, nur Schießscharten; die ursprüngliche Tür an der Nordseite öffnet sich sieben Meter über dem Boden und war über eine doppelte, abnehmbare Holztreppe erreichbar. Darüber blieben die Kragsteine, die den Balken einer hölzernen Wehrlaube trugen, und oben schließt ein Bleiflachdach ab, das als Aussichtsplattform über die Ebene dient. Im Inneren liegen der Empfangssaal, eine von den Artari ausgemalte Kapelle und ein Wappensaal mit den Blasons der Savoyer und der valdostanischen Adelsfamilien, wie im Hof von Issogne.

Der Besuch

Zur Ruine verfallen und dann restauriert, wurde die Burg 1885 vom Bischof von Aosta, Joseph-Auguste Duc, gekauft, der sie zu seinem Sommersitz machte und kräftig eingriff: Er ließ einen Teil der Ringmauer abtragen und durch eine Zinnenbrüstung ersetzen und öffnete eine Tür auf Straßenniveau. Seit 1945 gehört sie der Familie Arruga; bis 2011 war sie bewohnt und geschlossen, heute dient sie als Beherbergungsbetrieb und zeigt Wechselausstellungen.

Tipp der Redaktion

Sie steht zwischen Apfelgärten und Reben an der Regionalstraße von Gressan, und man kommt am besten zu Fuß: fünf Minuten talwärts der Turm de la Plantaz, im Osten die Kirche de la Madeleine mit der 1453 freskierten Fassade.

Gressan entdecken

Die ganze Gemeinde: Guide, Orte, Küche und Veranstaltungen.