Unter der Brücke liegen im Gestrüpp die Reste der Gießerei Gervasone: Hier entstanden Bauteile der Mole Antonelliana in Turin. Der Pont Neuf, ein einziger Bogen über dem Marmore, der den Ort mit dem Weiler Chaméran verbindet, wurde 1776 vor dem Rathaus errichtet und galt damals als kühne Ingenieurleistung.
Sehenswertes
Der einzige Bogen liegt 41 Meter über dem Wasser und misst 22 in der Weite: 1850 nannte ihn der französische Reisende Édouard Aubert, Autor des Bildbands La Vallée d'Aoste, ein bemerkenswertes Bauwerk, das den Abgrund mit überraschender Kühnheit überspanne. Die schmiedeeisernen Geländer sind neu; Fotografien vom Anfang des 20. Jahrhunderts zeigen an ihrer Stelle meterhohe Steinbrüstungen. Die Brücke verläuft knapp oberhalb der römischen, und der Vergleich der beiden erzählt in zwei Minuten fast die ganze Geschichte von Châtillon.
Der Besuch
Man überquert sie frei, mitten im Ort. Im Innenhof des Rathauses, ein paar Schritte weiter, stand das ehemalige Hôtel Londres, das Bergsteiger auf dem Weg zum Matterhorn beherbergte, darunter Edward Whymper; heute probt dort die Musikkapelle, das Corps philharmonique de Châtillon.
Tipp der Redaktion
Talwärts über die Brüstung lehnen: Der Absturz des Wildbachs und die Reste der Gießerei liegen im selben Blick. Hier sehen sich der industrielle und der steinerne Ort ins Gesicht.
