Der Bergfried hat einen sechseckigen Grundriss, eine Form, die im Aostatal fast nirgends vorkommt: Der einzige nahe Vergleich ist der Turm von Pramotton, mit dem diese Burg Sichtkontakt hielt, um Lichtsignale durch das Tal zu senden. Für Francesco Corni geht die Anregung auf die englischen Burgen Caernarfon und Arundel zurück.
Sehenswertes
Die Anlage, auch Castellaccio oder Château vieux genannt, steht auf einer Moränenkuppe am Eingang des Lys-Tals und ist heute Ruine. Die Ringmauer folgt der Form des Vorsprungs, wo gletschergeschliffene Felsen nach Osten abbrechen, und öffnete sich mit einem einzigen kontrollierbaren Zugang im Süden, dort wo das Gelände es zuließ. Im Westen lassen sich noch die Wohnbauten lesen: die Kapelle und die Küche, von der das Kuppelgewölbe mit dem mittigen Rauchloch blieb, in der Größe jener der Burg von Introd ähnlich. An einer Ecke ragt noch ein zylindrisches Hängetürmchen auf, mit Blendbögen verziert wie die piemontesischen Burgen des frühen 15. Jahrhunderts.
Der Besuch
Die Burg gehörte den Adligen von Pont-Saint-Martin, einem Zweig der Bard, entstanden am 19. Juli 1214, als die Brüder Hugues de Bard und Guillaume den Familienbesitz teilten. Guillaumes Erben unterwarfen sich den Savoyern bis 1337 nicht und griffen mehrfach die Burg von Bard an. 1447 wurde Antoine kurzzeitig von Herzog Amadeus VIII. enteignet; um 1460 verfiel die Anlage bereits, seine Söhne baten um die Erlaubnis zur Instandsetzung und erhielten sie 1466 zurück. Später gab man sie zugunsten des bequemeren Wehrhauses im Ort auf.
Tipp der Redaktion
Man startet im Ort, die römische Brücke im Rücken, folgt ein Stück dem Saumpfad nach Perloz und biegt rechts auf einen steilen Weg durch die Reben ab: keine halbe Stunde zu Fuß. Festes Schuhwerk, denn der Pfad ist, wie er ist.
