🏰 Burgen und Schlösser

Castello di Suzey

📍 Pont-Saint-Martin, Aostatal · 45/100

1351 beraubten Domenico und Gottofredo di Vallaise einen wohlhabenden Kaufmann aus Ivrea, Pietro di Stria, entführten ihn und hielten ihn hier oben gefangen, während sie von seiner Familie Lösegeld forderten. Bestraft wurden sie nicht: Die Burg von Suzey lag am Rand der Gerichtsbarkeit der Barone Vallaise, und die dort residierenden Sprösslinge hielten sich nicht zurück.

Sehenswertes

Heute ist sie vollständig Ruine, oberhalb des Weilers Ivéry, auf einem Felssporn an der Grenze zu Perloz. Sie gehörte zum Typ der frühen valdostanischen Burgen: ein heute zerstörter Turm, den neuere Untersuchungen als rund und fünf Meter im Durchmesser beschreiben, vielleicht aus dem 12. oder 13. Jahrhundert, umschlossen von unregelmäßigen, dem Gelände angepassten Mauern. An der Nordseite lehnte der Wohnbau mit achtzig Zentimeter starken Mauern, wohl ein Jahrhundert jünger: Satteldach, Zinnen, im Erdgeschoss ein einziger Raum mit Schießscharten, im ersten Stock einer mit Fenstern und Biforien, dazu eine Dachkammer, die durch die Giebel Licht bekam. Erhalten sind der bearbeitete Steinarchivolt des Eingangs und darüber ein Biforium, dessen Säulchen fehlt.

Der Besuch

Der Vorsprung ist bei Wanderern beliebt und durch das Naturschutzgebiet des Teichs von Holay geschützt, das wegen des botanischen Interesses der Zone eingerichtet wurde. Die Mauern sind teils eingestürzt und von Bewuchs erstickt: Man sieht sie an, betreten kann man sie nicht.

Tipp der Redaktion

Man geht eher wegen des Spaziergangs als wegen der Burg, und man nehme den Teich gleich mit: In einer halben Stunde hat man eine mittelalterliche Ruine und ein Feuchtgebiet, das im Aostatal eine Seltenheit ist.

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