Auf der südlichen Kuppe des Monte Croccia laufen unter dem Zerreichenwald, der heute fast alles bedeckt, zwei Mauerringe, die Jahrhunderte auseinanderliegen. Der äußere, aus regelmäßigen Sandsteinquadern mit einer Füllung aus Steinen und Erde, misst 1340 Meter und gehört in die Zeit zwischen dem 8. und dem 6. Jahrhundert v. Chr.; der innere, im 4. Jahrhundert v. Chr. in griechischer Bautechnik errichtet, misst 679 Meter und umschließt drei Hektar Akropolis. Dazwischen lag eine oskisch-samnitische Befestigungssiedlung, angelegt dort, wo eine beherrschende Lage und reichlich Quellwasser zusammenkamen; das Gelände teilt sich Accettura heute mit Oliveto Lucano und, mit einem Zipfel, mit Calciano. Die Funde brechen im 3. Jahrhundert v. Chr. ab: seit dem römischen Druck blieb der Hügel leer.
Sehenswertes
Vom äußeren Mauerring ist vor allem der südwestliche Abschnitt lesbar, den Rest hat der Bewuchs verschluckt. Die innere Mauer ist das Hauptstück: 200 Meter ihres Verlaufs bestehen aus großen Felsen, die über die Abbruchkante ragen, und fünf Zugänge öffnen sich darin, vier Pforten, paarweise einander gegenüber an Nord- und Südseite, und das monumentale Hoftor, das man über eine sanfte Steigung erreicht und dessen fast quadratischer Raum erhalten ist.
Dicht bei diesem Tor sind auf der Sichtseite mehrerer Blöcke Steinbruchzeichen in griechischen Buchstaben erhalten. Fünfzig Meter tiefer, an der Quelle Acqua Fra Benedetto, erkannte Vittorio di Cicco ein Heiligtum, das im 4. Jahrhundert v. Chr. besucht und auch für Bestattungen genutzt wurde; etwa einen Kilometer entfernt, an der Tempa dei Casaleni, kam das Gerippe eines bedeutenden Gebäudes zutage, dessen Zweck bis heute offen ist. Aus der Nekropole des Berges, die sich nicht mehr lokalisieren lässt, stammt die erste hier ausgegrabene Grabausstattung: ein Männergrab mit einem protoitaliotischen Krater.
Der Besuch
Das Gelände liegt im Regionalpark Gallipoli Cognato Piccole Dolomiti Lucane und wird zu Fuß erschlossen: ein angelegter Pfad folgt dem Umriss der Befestigung und berührt mehrere Aussichtspunkte, von denen aus Civita und Serra del Cedro bei Tricarico, der Ort Accettura und Albano di Lucania zu erkennen sind. Gegraben wurde selten und in großen Abständen — Michele Lacava 1885, Vittorio di Cicco zwischen 1905 und 1913, Attilio Tramonti ab 1982, die Denkmalbehörde am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts mit der Restaurierung von 60 Metern der Außenmauer, eine Vermessung beider Mauerringe 2011 —, weshalb die Siedlung bis heute kein genaues Datum hat. Vieles muss man dicht über dem Boden suchen.
Tipp der Redaktion
Stellen Sie sich in das Haupttor und schauen Sie nach Osten: 200 Meter entfernt steht die Megalithanlage Petre de la Mola, und zu den Tagundnachtgleichen geht die Sonne genau hinter ihr auf. Diese Ausrichtung hat auf den Gedanken gebracht, dass jene Steine schon heilig waren, bevor es die Mauern gab.
