Der Monte Croccia beherrscht im Süden das Basento-Tal, und auf seinem Gipfel, auf 1149 Metern, ziehen sich die Mauern einer oskisch-samnitischen Wehrsiedlung hin: Der äußere Ring stammt aus dem 8. Jahrhundert v. Chr., der innere aus dem 4., und nach dem 3. Jahrhundert v. Chr. haben die Grabungen nichts mehr zutage gefördert, ein Zeichen dafür, dass der römische Druck die Geschichte des Ortes beendete. 200 Meter östlich des Haupttors liegt das, was dem Ganzen den Namen megalithischer Komplex einträgt: die Petre de la Mola, ein Aufschluss aus Kalkarenit, den jemand, wohl schon in der Bronzezeit, zu einem Steinkalender umformte.
Sehenswertes
Es gibt zwei Mauerringe, die sich die Südseite teilen. Der äußere misst 1340 Meter und besteht aus regelmäßigen Sandsteinquadern mit einer Füllung aus Steinsplitt und Erde; heute verdeckt ihn der Bewuchs zum großen Teil, doch ein restaurierter Abschnitt von sechzig Metern zeigt die Bauweise. Der innere Ring aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. ist 679 Meter lang, umschließt drei Hektar Akropolis und wurde in griechischer Bautechnik errichtet. Er hat fünf Zugänge: ein gut erhaltenes Hoftor mit fast quadratischer Öffnung, zwei kleine Durchgangstore an der Nordseite und zwei Ausfallpforten an der Südseite.
Die Petre de la Mola liegen auf 1049 Metern, knapp unter dem Gipfel. 2008 dokumentierte eine Laserscan-Kampagne dort zwei Ausrichtungen zur Wintersonnenwende: Die Sonne geht, nur noch wenige Grad über dem Horizont, durch den Spalt zwischen den größten Blöcken unter, und mittags legt sie sich in eine kleine Mulde des Felsens. Fünfzig Meter unterhalb der äußeren Befestigung, an der Quelle Acqua Fra Benedetto, erkannte Vittorio di Cicco ein Heiligtum, das im 4. Jahrhundert v. Chr. aufgesucht wurde.
Der Besuch
Der Aufstieg führt durch den Wald von Gallipoli-Cognato im Regionalpark, und ein ausgebauter Pfad folgt dem Umriss der Befestigung: die einfachste Art, die vom Zerreichenwald verdeckten Mauerstücke nicht zu verpassen. Von der Höhe erkennt man Civita und Serra del Cedro bei Tricarico sowie die Orte Accettura und Albano di Lucania. Die ersten Untersuchungen stammen von 1885 durch Michele Lacava, danach folgten die von Vittorio di Cicco und 2011 eine Aufnahme der an der Oberfläche noch lesbaren Strukturen.
Tipp der Redaktion
Stellen Sie sich auf die Schwelle des monumentalen Tores und blicken Sie nach Osten, zu den Petre de la Mola: An den Tagundnachtgleichen geht die Sonne genau hinter diesen Blöcken auf. Das ist der Hinweis darauf, dass der Fels noch für jene zählte, die die Mauern errichteten, Jahrhunderte nachdem ihn andere ausgewählt hatten. Kommen Sie bei tiefem Licht, früh am Morgen oder am späten Nachmittag: Zwischen den Eichen sind die Steine dann viel besser zu lesen.
