25 Meter Rundturm, mitten auf den Hauptplatz gesetzt: In San Mauro Forte steht das Denkmal nicht am Ortsrand, sondern genau in der Mitte. Der heutige Ort geht auf die Normannenzeit zurück, vermutlich auf 1060, und entstand um ein dem heiligen Maurus geweihtes Benediktinerkloster; er wurde vollständig befestigt, mit vier Toren, von denen eines noch an seinem Platz steht, und an der Ostseite erhob sich dieser dreigeschossige Turm, der damals nach außen blickte und heute mitten im Ortsleben steht. Das Beiwort «Forte» kam viel später hinzu, zur Erinnerung an 1861, als San Mauro die Briganten des Spaniers Borjes zurückschlug.
Sehenswertes
Der Sockel ist der überraschende Teil: Der Zylinder ruht auf einer polygonalen Bastion mit zickzackförmiger Böschung, einem gebrochenen Profil, das Artilleriegeschosse abgleiten lassen sollte. Normannisch ist das nicht. Der Turm, den man heute sieht, wurde in den Jahren nach 1450 vollständig neu errichtet, und die Forschung stellt ihn neben den Rundturm von Bitonto: dieselbe Aufteilung der Baukörper auf drei Geschosse, derselbe bastionierte Sockel, dieselbe zickzackförmige Böschung nach den Vorgaben Leon Battista Albertis — so sehr, dass beide Bauten aus einem einzigen Entwurf hervorgegangen zu sein scheinen.
Im Inneren war der Turm darauf eingerichtet, sich selbst zu versorgen: ein raffiniertes Flaschenzugsystem und eine Regenwassersammlung mit Zisternen. Jahrelang glaubte man, ihm hätten Zwillingsbauten zur Seite gestanden, wie bei den staufischen Kastellen; heute weiß man, dass er als einzelner Bergfried gedacht war, als vorgeschobener Verteidigungsposten und Sitz der Besatzung. Sein Umriss wurde jahrhundertelang in Gemälden und in den Wappen ortsansässiger Familien wiederholt, und in den achtziger Jahren kam er auf die Briefmarkenserie der Burgen.
Der Besuch
Hinweisschilder braucht es nicht: Der Turm steht am Hauptplatz und ist von jeder Seite sichtbar, von der aus man den alten Ortskern betritt. Schauen Sie zuerst auf den Sockel und gehen Sie einmal ganz um ihn herum, denn die zickzackförmige Böschung verändert alle paar Schritte ihr Aussehen — deshalb wird dieser Bau von Architekten untersucht. Hinter dem Turm öffnet sich die Kirche Santa Maria Assunta, 1553 erbaut, die ein Vortragekreuz des sechzehnten und ein Gemälde des achtzehnten Jahrhunderts bewahrt.
Tipp der Redaktion
Wenn Sie das Datum wählen können, kommen Sie am 16. Januar: Dann beginnt das Campanaccio-Fest. Männergruppen ziehen mit großen Kuhglocken zwischen den Beinen durch die Straßen — die männlichen länger, die weiblichen breiter — und starten mit drei Runden um die Kirche San Rocco, in der das Bild des heiligen Antonius Abbas aufbewahrt wird. Die Züge halten bei den Weinkellern, wo Wein und Wurst gereicht werden, und ziehen bis tief in die Nacht weiter.
