🏺 Archäologische Stätten

riserva antropologica "Agromonte Spacciaboschi"

📍 Filiano, Basilikata · 35/100

Das Ministerialdekret vom 29. März 1972, mit dem das Schutzgebiet Agromonte Spacciaboschi entstand, wurde nicht für Bäume geschrieben, sondern für das, was die Bäume verdecken: die mittelalterliche Siedlungsstelle Agromonte. Deshalb gilt es als anthropologisches Reservat, jene italienische Kategorie für Gebiete, deren Wert ebenso in menschlichen Spuren wie in der Vegetation liegt. Geschützt wird hier also nicht eine Landschaft um ihrer selbst willen, sondern ein Stück Siedlungsgeschichte, über das der Wald längst hinweggewachsen ist. Ein Dekret desselben Datums schuf wenige Kilometer entfernt ein zweites Reservat, I Pisconi — Filiano hatte damit gleich zwei Gebiete dieser Art auf eigenem Gemeindegebiet. Agromonte Spacciaboschi umfasst 71 Hektar im Staatsforst von Lagopesole, beim Ortsteil Scalera, auf 751 Metern über dem Meer.

Sehenswertes

Das Gelände ist eine der Terrassen über dem Vitalba-Tal und fällt nach Osten ab: Man kommt eben an, und dann öffnet sich das Tal auf einer einzigen Seite mit einem Schlag. Der Wald besteht aus Zerreiche und Flaumeiche, im Unterholz stehen Weißdorn, Hainbuche und Kornelkirsche. Er ist dicht und geschlossen, weshalb die Spuren der mittelalterlichen Siedlung eher zu erahnen als zu sehen sind: Hier ragt keine Ruine über die Kronen, hier liegt eine bewaldete Hochfläche, die man mit jemandem lesen muss, der sie kennt.

Die Tierwelt ist die des umgebenden Staatsforsts: Wildschweine, Dachse, Hasen, Füchse und Igel zwischen den Bäumen, Tag- und Nachtgreifvögel darüber. Unter den Vögeln am leichtesten zu erkennen sind Specht, Eichelhäher, Rotkehlchen, Nachtigall und Wiedehopf.

Der Besuch

Einfach hineinspazieren geht nicht. Jeder Zutritt, ob für Studium, Forschung oder Tourismus, braucht die vorherige Genehmigung der Carabinieri-Einheit für Biodiversität in Potenza, die den Staatsforst verwaltet; Führungen werden auf demselben Weg vereinbart. Rechnen Sie die Bearbeitungszeit ein: am Waldrand zu stehen und zu hoffen, dass jemand aufschließt, führt zu nichts. Ohne diese Genehmigung bleibt vom Ausflug die Straße am Rand des Staatsforsts, und die zeigt von der Terrasse über dem Vitalba-Tal nichts.

Tipp der Redaktion

Schreiben Sie im Antrag ausdrücklich, dass Sie die mittelalterliche Stätte interessiert und nicht nur der Weg: Dafür steht das Gebiet seit 1972 unter Schutz, und genau diesen Teil überquert man ohne Hinweis leicht, ohne ihn zu bemerken. Und wenn Sie einen Termin bekommen, halten Sie den ganzen Tag frei: I Pisconi liegt wenige Kilometer weiter und folgt derselben Regel, erst die Genehmigung.

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