Der kleine Hügel, auf dem sie steht, heißt Tabor, wie der Berg der Verklärung, und die Kirche dort oben trägt genau dieses Patrozinium: Verklärung unseres Herrn. In Melfi nennt sie freilich niemand so: Für alle ist es die Kirche der Cappuccini, und Cappuccini ist auch der zweite Name des Hügels und der Name des Viertels, das ihm zu Füßen gewachsen ist.
Sehenswertes
Kirche und Kloster bilden eine einzige Anlage, die örtliche Quellen ins 13. Jahrhundert datieren, also lange bevor es den Kapuzinerorden gab: Die Brüder kamen später und gaben dem Ort den Namen, der geblieben ist. Zunächst war hier ein Noviziatshaus untergebracht, wo die Novizen ihre Probezeit verbrachten; ab 1696 wurde es dagegen Sitz eines theologischen und philosophischen Studiums, einer Schule für bereits ausgebildete Ordensleute. Diese Funktion erklärt die Lage gut: abseits, außerhalb der Mauern und bergauf.
Der Besuch
Man kommt von der Seite der Porta Calcinaia und der Porta Bagno herauf, jenseits der Schlucht Capigrassi. Das letzte Stück führt durch die moderne Stadt: Das ganze Gebiet oberhalb der Via Santa Sofia, der alten Straße, heißt Cappuccini und wurde in den siebziger und achtziger Jahren gebaut, benannt nach dem Kloster darüber. Die Anlage selbst ist geblieben, wo sie immer war, oben auf der Kuppe.
Tipp der Redaktion
Gehen Sie zu Fuß hinauf und drehen Sie sich mindestens einmal um: Zwischen der Schlucht und dem Tabor lagen die Viertel San Michele und San Martino, im 19. Jahrhundert außerhalb der Mauern entstanden und vom Erdbeben von 1930 so schwer getroffen, dass man auf den Wiederaufbau verzichtete. Die beiden großen Leerstellen, die man von oben erkennt, heute der Marktplatz und die Piazza Festa Campanile, sind das, was von ihnen blieb.
