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cripta chiesa Spinelle

📍 Melfi, Basilikata · 42/100

1845 legte ein Erdrutsch frei, was von einer in den Fels gehauenen Kirche übrig war. Von der Madonna delle Spinelle steht heute nur noch die Abschlusskapelle: Die Reste des Kirchenschiffs wurden in den siebziger Jahren eingeebnet, um den Vorplatz davor anzulegen. Im Mittelalter war sie nicht einmal ein eigenständiger Bau, sondern der abschließende Teil der Basilika Santo Stefano, einer frühchristlichen Anlage mit mehreren Schiffen und angebauten Kapellen.

Sehenswertes

Die Kapelle hat einen sechseckigen Grundriss: Sechs Halbsäulen tragen ein Gesims, und diese Geometrie ist praktisch alles, was von der alten Anlage geblieben ist. Es gibt keine Fassade zu betrachten und kein Schiff zu durchschreiten, man steht sofort im Abschluss des Gebäudes.

An dem Ort hängt eine zähe Überlieferung: Hier sollen Versammlungen stattgefunden haben, und von hier aus sollen die normannischen Soldaten unter Bohemund zum ersten Kreuzzug ins Heilige Land aufgebrochen sein, zu jenem Kreuzzug, den Papst Urban II. auf dem Konzil von 1089 in Melfi selbst ausrief. Eine zweite, teilweise bestätigte Geschichte erzählt von einem langen unterirdischen Gang, der die Anlage mit der Burg verband.

Der Besuch

Der Platz vor der Kapelle ist kein gewöhnlicher Vorplatz: Er ist die Kirche. Bleib dort stehen, bevor du eintrittst, und nimm Maß an dem, was fehlt; such dann das Gesims und zähl die Halbsäulen, es sind sechs. Der Raum ist der einzige und rasch gesehen, die Zeit steckst du besser draußen hinein, um die verschwundenen Schiffe mit den Augen wieder zusammenzusetzen.

Tipp der Redaktion

Geh anschließend zur Burg hinüber. Die Legende lässt von hier aus einen unterirdischen Gang bis dorthin laufen, und die Strecke, die du oben zurücklegst, sagt dir besser als jede Tafel, was dieses Graben bedeutet hätte.

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