⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa rupestre della Madonna delle Spinelle

📍 Melfi, Basilikata · 29/100

Ein Erdrutsch brachte 1845 wieder ans Licht, was von der Basilika Santo Stefano übrig war: ein frühchristlicher Bau mit mehreren Schiffen und angebauten Kapellen, den der Boden von Melfi verschluckt hatte. Von der ganzen Anlage steht heute ein einziger Raum, die Abschlusskapelle, die die Melfier Madonna delle Spinelle nennen. Der Rest ist weg: Die Reste des Schiffs wurden in den siebziger Jahren eingeebnet, um den Vorplatz anzulegen, über den man hinkommt.

Sehenswertes

Die Kapelle hat einen sechseckigen Grundriss und sechs an die Wände gestellte Halbsäulen, die das Gesims tragen: eine geschlossene, regelmäßige Geometrie, das Gegenteil der unregelmäßigen Freskengrotten an den Hängen des Vulture. Jene gehen auf die Mönchswanderung aus Kleinasien und vom Balkan nach den Bilderstürmen des 8. Jahrhunderts zurück; die Spinelle gehören einer älteren Epoche an, der frühchristlichen, und sie sind das einzige Stück dieser Architektur, das noch steht.

Mit dem Bau verbunden ist ein langer unterirdischer Gang, der örtlichen, teils bestätigten Überlieferungen zufolge bis zur Burg führte. Dieser Gang erklärt, warum der Ort nicht nur dem Kult diente, sondern auch Versammlungen und Zusammenkünften: Wer hier hereinkam, erreichte die Festung, ohne sich in der Stadt zu zeigen.

Der Besuch

Man kommt über den Vorplatz, der auf den Resten des Schiffs angelegt wurde, und steigt zur Kapelle hinab; der Besuch ist kurz, denn es gibt nur diesen einen Raum. Nehmen Sie sich Zeit dafür: Alles liegt im Rhythmus der sechs Halbsäulen und in der Art, wie der Fels geschnitten wurde. Wer die ursprüngliche Größe abschätzen will, schaut auf den Vorplatz, denn diese Fläche war die Basilika. Feste Öffnungszeiten gibt es nicht, fragen Sie besser vorher im Ort nach.

Tipp der Redaktion

Behalten Sie dort unten ein Datum im Kopf: 1089. In jenem Jahr rief Papst Urban II. auf dem dritten der Konzile von Melfi zum ersten Kreuzzug auf, und der Überlieferung nach brachen genau von diesem Bau die normannischen Soldaten unter Bohemund von Hauteville auf. Gehen Sie danach hinauf und Richtung Burg: Sie ist das andere Ende des Gangs, der unter Ihren Füßen verlief.

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