⛪ Kirchen und Heiligtümer

Abbazia di San Lorenzo

📍 Pescopagano, Basilikata · 27/100

Die Abtei San Lorenzo in Tufara hat zwei genaue Daten: Die Arbeiten begannen 1081 und wurden 1100 abgeschlossen, als der Erzbischof von Conza, Leone, im Amt von 1081 bis 1103, noch lebte. Es ist eine Gründung aus normannischer Zeit, errichtet in der Flur Tufara, kurz außerhalb des Ortskerns von Pescopagano, das in normannisch-staufischer Zeit zur Grafschaft Balvano gehörte; seither hat die Abtei fast alles abbekommen, was diesen Teil der Basilikata getroffen hat: die Bombardierungen von 1944 und die Erdbeben.

Sehenswertes

Was man heute besichtigt, ist vor allem die Kirche, die eine umfassende Restaurierung nach dem Beben von 1980 wieder aufgerichtet hat. Von der eigentlichen Abtei blieben nur Ruinen, und sie sind der interessantere Teil: Sie liegen rechts der Kirche, hinter einer mehrhundertjährigen Linde, die den Weg zuverlässiger anzeigt als jedes Schild.

Die Schäden von 1944 kamen aus dem Krieg: Pescopagano wurde von den abziehenden deutschen Truppen und von den Alliierten angegriffen, die deren Rückzug nach Norden aufhalten wollten; die Bombardierungen trafen die Abtei ebenso wie den Ort Montecalvo, wohin sich viele Pescopaganesen geflüchtet hatten. Den Rest besorgten die Erdbeben: Jenes vom 8. September 1694 zerstörte den Ort fast vollständig und begrub mehr als sechshundert Menschen unter den Trümmern; jenes vom 23. November 1980 forderte hier rund zwanzig Tote und erzwang die Restaurierung, aus der die Abtei in ihrer heutigen Gestalt hervorgeht.

Der Besuch

Man erreicht sie über die Straße nach San Lorenzo, deren Anfang die Chiesa dell'Incoronata markiert: Steinportal von 1837, klassizistische Lisenen an den Ecken der Fassade und im Inneren, in einer von Glas geschützten Nische, die Statue der Madonna dell'Incoronata aus Apulien, von der der geläufige Name der Kirche kommt. Der Platz vor der Abtei, nach der Restaurierung hergerichtet, dient in den letzten Jahren häufig Dorffesten und Sagre.

Tipp der Redaktion

Bleiben Sie nicht bei der Kirche stehen, wie es fast alle tun. Halten Sie sich rechts, gehen Sie an der großen Linde vorbei und weiter bis zu den Ruinen: Dort zeigt sich die normannische Abtei, der Teil, für den sich der Weg lohnt. Wenn Sie das Datum wählen können, nehmen Sie die Nacht des heiligen Laurentius, wenn sich der Platz davor für das Fest füllt.

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