Die Mutterkirche von San Fele besteht aus den Trümmern dessen, was über ihr stand. Als sie 1514 am Fuß des Monte Castello errichtet wurde, verwendete man Material, das von der Festung und der Stadtmauer heruntergefallen war: fertig behauene Quader, die die Erdbeben den Hang hinabgeworfen hatten und die in einem Steindorf niemand liegen gelassen hätte. So steht Santa Maria della Quercia im höchstgelegenen Teil des Ortes, angelehnt an den Berg, der ihr die Mauern lieferte. Der Hauptbau, dreischiffig über griechischem Kreuz, stammt aus dem 16. Jahrhundert; die Kuppel kam zwei Jahrhunderte später, im 18.
Sehenswertes
Im Inneren ist das älteste Stück ein hölzernes Kruzifix in Lebensgröße. Unweit davon zeigt ein Gemälde des 17. Jahrhunderts von unbekannter Hand die heilige Rosa von Viterbo: Es entstand nicht für diese Kirche, sondern kam aus dem Kloster Sant'Antonio, einem längst verschwundenen Bau, auf dessen Resten der Friedhof des Ortes angelegt wurde. Hier wandern selbst die Bilder, wenn die Gebäude einstürzen.
Im linken Seitenschiff steht eine Urne mit den Reliquien des heiligen Giustino de Jacobis, des Missionars, der am 9. Oktober 1800 in San Fele geboren wurde; sein Geburtshaus liegt wenige Schritte entfernt in der Altstadt. Ihm gilt auch die Statue im Freien auf der Haupttreppe, aufgestellt zur Erinnerung an seine Heiligsprechung im Jahr 1975.
Der Besuch
Die Kirche war lange geschlossen: Das Erdbeben von 1980 riss senkrechte Risse in Fassade, Bögen und Gewölbe, Putz und Stuck lösten sich und stürzten teilweise ab, und erst in den frühen 2000er Jahren wurde wieder geöffnet. Man betritt sie über die Haupttreppe, die mit der Statue des heiligen Giustino. Als Erstes lohnt der Grundriss: Bleiben Sie an der Schwelle stehen, denn ein griechisches Kreuz ist für eine dörfliche Mutterkirche ungewöhnlich, und von dort erfasst man es auf einen Blick.
Tipp der Redaktion
Sehen Sie sich das Mauerwerk von außen an, bevor Sie eintreten, und gehen Sie dann hinunter zum Palazzo Frascella: Auch dort stammen die Quader aus der Festung Ottos I. von Sachsen, und der in den Palast einbezogene Turm im normannischen Stil ist alles, was von der alten Kirche San Sebastiano nach dem Erdbeben von 1456 stehen blieb. In einem Ort der Erdbebenzone 1 wechseln die Steine öfter das Gebäude, als sie die Form wechseln.
