🖼️ Museen

Museo parrocchiale di arte sacra di Pescopagano

📍 Pescopagano, Basilikata · 28/100

Das Pfarrmuseum für sakrale Kunst in Pescopagano verdankt seine Existenz einem Datum: dem 23. November 1980. Die Werke, die es bewahrt, stammen aus den Kirchen des Ortes, die das Erdbeben von Irpinien zerstörte oder schwer beschädigte; im Ort selbst starben rund zwanzig Menschen. Geborgen und teilweise restauriert, umfassen sie vier Jahrhunderte, vom 16. bis zum frühen 20. Jahrhundert. Es ist also keine bewusst zusammengetragene Sammlung, sondern das, was von einem über die Kirchen des Ortes verstreuten Bestand übrig blieb.

Sehenswertes

Den Kern bilden Skulpturen aus Holz und Marmor, Gemälde und liturgische Gewänder. Zwei Stücke sollte man zuerst suchen, beide aus dem 16. Jahrhundert: einen Cristo Crocifisso und eine Madonna della Neve, die Muttergottes vom Schnee. Daneben steht eine gemischte Abteilung, die das Gedächtnis der christlichen Gemeinde von Pescopagano sammelt: der unauffälligste Teil und vielleicht der nützlichste, um den Ort zu verstehen.

Woher das alles kommt, versteht man, wenn man sich die Herkunftskirchen ansieht. Von der Klosterkirche Santa Maria delle Grazie, deren Konvent 1576 entstand, steht nur noch die Fassade mit dem barocken Portal, und sie ist einsturzgefährdet. In der Chiesa dell'Incoronata riss das Beben die Seitenmauern nieder und mit ihnen das geschnitzte hölzerne Chorgestühl. In der Mutterkirche Santa Maria Assunta verschwand das 1877 vollendete Chorgestühl von Francesco Errico nach dem Erdbeben schlicht.

Der Besuch

Es ist ein Pfarrmuseum, die Öffnung hängt also von der Pfarrei ab: Rufen Sie vorher an oder fragen Sie im Pfarrhaus, bevor Sie in den Ort hinauffahren. Der Rest ist ein Weg zu Fuß durch den alten Kern, wo die Herkunftskirchen nur Minuten auseinanderliegen. San Giovanni Battista, die älteste — eine Inschrift am Giebel ließ eine erste Gründung um 970 vermuten —, ist vollständig restauriert und für den Gottesdienst geöffnet; San Leonardo im Viertel Basso la Terra öffnet dagegen nur wenige Male im Jahr, zur Novene und zum Fest der Unbefleckten Empfängnis.

Tipp der Redaktion

Gehen Sie vor oder nach dem Museum hinüber zur Klosterkirche Santa Maria delle Grazie und stellen Sie sich vor dieses allein gebliebene Barockportal, hinter dem keine Kirche mehr steht. Es erklärt das Museum besser als jede Beschriftung: Was drinnen ausgestellt ist, wurde rechtzeitig aus Gebäuden geholt, die so endeten.

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