⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di San Leonardo

📍 Pescopagano, Basilikata · 27/100

Eine kürzlich im Kloster Montevergine gefundene Urkunde belegt, dass die Kirche San Leonardo schon 1295 Kultstätte war, und liefert ein Detail, das den Blick auf sie verändert: Unter ihrem Fußboden wurden die Bewohner des Ortes bestattet. Sie ist eine der ältesten Kirchen von Pescopagano und steht im Viertel Basso la Terra. In einem Ort, den das Erdbeben vom 8. September 1694 fast vollständig zerstörte und das vom 23. November 1980 erneut traf, ist ein 1295 bezeugtes Gebäude keine Kleinigkeit.

Sehenswertes

Auf dem Hochaltar standen den örtlichen Quellen zufolge eine Tafel der Unbefleckten Empfängnis, eine Dreifaltigkeit eines unbekannten Malers des 16. Jahrhunderts und eine Leinwand mit dem Martyrium der Heiligen Kosmas und Damian, jener Heiligen also, denen auch die Kirche geweiht ist, die im Ort alle dell'Incoronata nennen. Die Vergangenheitsform ist wörtlich zu nehmen, denn die Quellen sprechen in der Vergangenheit: Ob die Bilder noch dort hängen, ist keineswegs sicher, und das ist die erste Frage an denjenigen, der aufschließt.

Die letzten Reparatur- und Restaurierungsarbeiten stammen von 1914; seither wurden nur ein paar Dachziegel ersetzt, sonst nichts. Mehr als ein Jahrhundert minimaler Instandhaltung sieht man der Kirche an, und das gehört zu dem, weswegen man kommt: San Leonardo ist keine frisch restaurierte Kirche, sondern eine stehen gebliebene.

Der Besuch

Hier liegt der heikle Punkt: San Leonardo öffnet nur wenige Male im Jahr, nämlich zur Novene und zum Fest der Unbefleckten Empfängnis. Wer hinein will, muss die Reise auf die neun Tage vor dem 8. Dezember legen oder auf den 8. Dezember selbst. Den Rest des Jahres betrachtet man sie von außen, bei einem Gang durch das Viertel Basso la Terra, und man fragt besser im Ort nach, bevor man losfährt.

Tipp der Redaktion

Wenn Sie hineinkommen, schauen Sie zuerst nach unten. Dieser Fußboden ist kein gewöhnlicher: Die Urkunde von Montevergine sagt, darunter lägen die Gräber der Bewohner des Ortes, und in einer Kirche, in der seit 1914 nur einzelne Ziegel neu gelegt wurden, ist er vielleicht das Älteste, worauf Sie hier treten. Nehmen Sie danach die Straße Richtung San Lorenzo: An ihrem Anfang steht die Kirche, die genau jenen Kosmas und Damian der Leinwand geweiht ist, jene, die hier alle dell'Incoronata nennen.

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