1144 schenkte der Bischof von Marsico Nuovo, Giovanni II., den Mönchen des Ordo Cavensis die Kapelle San Pietro in Tramutola, in der noch nach griechischem Ritus gefeiert wurde. Dabei beließen es die Benediktiner von Cava nicht: Zwischen 1153 und 1154 errichteten sie in geringer Entfernung ein Kloster, 1163 stellten sie eine neue Kirche daneben, und 1166 ließen sie diese von Bischof Giovanni III. weihen. Das ist die Pfarrkirche Santissima Trinità, und ihr Patrozinium verrät allein schon, wem sie gehörte: Bis 1972 unterstand Tramutola der Territorialabtei Santissima Trinità in Cava de' Tirreni und nicht dem benachbarten Bistum.
Sehenswertes
Die nach Südwesten gerichtete Staffelfassade gliedert sich in drei Teile. Der mittlere ist durch ein Gurtgesims in zwei Zonen geteilt und oben von einem Dreiecksgiebel geschlossen: unten das Hauptportal mit Lünette, darüber ein halbrundes Fenster. Die beiden niedrigeren Seitenteile haben je einen eigenen Eingang. Daneben steht der Glockenturm über quadratischem Grundriss, dessen Glockenstube sich in rundbogigen Einzelfenstern öffnet.
Im Inneren trennen Pfeiler mit Lisenen und korinthischen Kapitellen die drei Schiffe; sie tragen Rundbögen, darüber läuft ein vorkragendes, profiliertes Gebälk, und noch höher folgt die Attikazone mit den Fenstern, wahrscheinlich 1731 ausgeführt, als man die Schäden eines Erdbebens von zwei Jahren zuvor beseitigte. Die Decke ist flach, ohne Gewölbe. Am Ende des Raums liegt der um wenige Stufen erhöhte Chor mit dem Hochaltar, abgeschlossen von der Apsis unter einem Klostergewölbe.
Der Besuch
Der Grundriss, den man heute abschreitet, ist nicht der der Mönche aus Cava: Gegen Ende des 16. Jahrhunderts war die Gemeinde zu groß geworden, und 1628 erweiterte man die Kirche auf drei Schiffe, während die Seitenkapellen aus demselben Jahrhundert stammen. Eine davon, die Sakramentskapelle, wurde 1919 dem Herzen Jesu neu geweiht, 1953 ging der gesamte Bau durch eine Restaurierung; der zur Gemeinde gewandte Altar und der Ambo kamen in der zweiten Hälfte der Siebzigerjahre mit der nachkonziliaren Umgestaltung hinzu. Es ist die Pfarrkirche des Ortes, in der Pastoralzone Val d'Agri, offen findet man sie deshalb vor allem rund um die Gottesdienste. Treten Sie durch das Hauptportal ein und schauen Sie zuerst nach oben, zur Attikazone: Dort lässt sich ablesen, wie stark der Raum erhöht wurde.
Tipp der Redaktion
Fragen Sie in der Pfarrei nach der Inschrift von 1496. Sie hielt die Umbauarbeiten fest, die der Erzpriester Antonio De Luca zusammen mit dem Vikar Andrea Cestaro veranlasst hatte, und blieb über Jahrhunderte lesbar: A.D. M.IV.D ANT. DE LUCA ARCHIPRESB. I.D. - ANDREAS CESTARUS V. Zu wissen, dass diese beiden Namen mehr als ein Jahrhundert vor der Erweiterung auf drei Schiffe schon hier standen, verändert den Blick auf die Pfeiler.
