Die Villa, in der heute das Konservatorium untergebracht ist, trägt den Namen ihres Bewohners, nicht den ihres Bauherrn. Den Auftrag gab Tommaso di Savoia, der den Entwurf Augusto Ghidini übertrug; 1869 waren die Arbeiten abgeschlossen. Hängen geblieben ist dagegen der Name des Marchese Sanfelice di Monteforte, der 1891 Fürst von Viggiano war. Das Gebäude steht knapp außerhalb der Altstadt, in der via Gramsci, in einem Streifen des Ortes, der sich inzwischen mit öffentlichen Einrichtungen gefüllt hat: Sportplatz und Schwimmzentrum sind die direkten Nachbarn.
Sehenswertes
Der Bau stammt aus den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts, und in Viggiano ist er damit ein Fremdkörper: ein adliger Auftrag in einem Dorf, das sich nach dem Erdbeben von 1857 auf seinem alten Grundriss wieder aufgebaut hatte, mit ein- bis zweigeschossigen Steinhäusern. Die Gemeinde hat die Villa saniert und ihr dann eine Nutzung gegeben, die mit dem Ort weit mehr zu tun hat als die Sommerfrische eines Marchese.
Drinnen sitzen das Konservatorium Gesualdo da Venosa und die Scuola dell'Arpa Popolare Viggianese, die Schule der örtlichen Volksharfe. Das ist keine Zierde: Seit dem 18. Jahrhundert hat Viggiano Harfenspieler und Harfenbauer hervorgebracht, die zuerst zur Weihnachtsnovene nach Neapel zogen und später in die halbe Welt aufbrachen, bis in die Orchester von New York, Chicago und Sydney. Auch die Familie Salvi, die hinter einem der größten Harfenhersteller steht, stammt von hier.
Der Besuch
Die Villa ist ein genutztes Gebäude, kein Museum: Hinein kommt man bei offenen Unterrichtsstunden, Vorspielen oder Konzerten, deshalb lohnt ein Blick in den Kalender des Konservatoriums, bevor Sie hinaufgehen. Von außen ist die Anlage des 19. Jahrhunderts gut ablesbar, mit dem Sportplatz gleich daneben, und die Front zur via Gramsci ist der Teil, den man zuerst ansehen sollte.
Tipp der Redaktion
Kommen Sie in den ersten Augusttagen, wenn Viggiano die Rassegna dell'Arpa viggianese ausrichtet: Dann hört man die Schule in der Villa, statt sie nur auf einem Schild zu lesen. Und wenn Sie die ältesten Harfen des Ortes suchen, finden Sie sie in der Altstadt, in die Hausportale und in die Schlusssteine der Bögen gemeißelt, datiert zwischen 1858 und 1882.
