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Teatro romano di Grumento Nova

📍 Grumento Nova, Basilikata · 46/100

Als Pellegrino Claudio Sestieri 1951 die erste richtige Grabungskampagne in Grumentum eröffnete, begann er mit dem Theater: Er legte die eine Hälfte frei, dann waren die Mittel erschöpft und die Arbeit endete dort. Der Bau stammt aus augusteischer Zeit und gehört zu jener Phase, in der die Stadt, im Bundesgenossenkrieg von den Italikern zerstört und geplündert, ab der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr. wieder aufgebaut und mit neuen öffentlichen Bauten gefüllt wurde. Die andere Hälfte des Theaters musste lange warten: Die Restaurierung übernahm Dinu Adamesteanu, der erste Denkmalpfleger für die Altertümer der Basilikata, zwischen 1964 und 1968, und er veröffentlichte auch die Grabungsergebnisse.

Sehenswertes

Das Theater liegt im nördlichen Teil der römischen Siedlung, unweit des Amphitheaters. Es steht nicht für sich allein: Ein kleiner Monumentbezirk drängt sich darum, den man zusammen mit ihm besichtigt, mit den Resten zweier Tempel aus der Kaiserzeit und denen eines reichen Wohnhauses, das die Archäologen Haus der Mosaiken nennen, nach den in einigen Räumen erhaltenen Mosaikböden.

Geht man nach Süden, erreicht man das von Portiken umschlossene Forum, mit den Resten zweier Tempel an der Nord- und Südseite, versuchsweise als Kapitolium und als Tempel des Kaiserkults gedeutet, und im Westen denen einer Basilika. Die Stadt war im 3. Jahrhundert v. Chr. von den Römern als befestigter Vorposten an der Via Herculea gegründet worden: langgestreckter Grundriss mit drei parallelen Hauptstraßen, rechtwinklig gekreuzt, eine Mauer mit sechs Toren auf rund 3 km Länge, 25 Hektar Fläche, von denen erst ein Zehntel freigelegt ist. 1961 erklärte das Ministerium für öffentliche Bildung gerade das Areal von Theater, Thermen und Amphitheater zum Gebiet von bedeutendem archäologischem Interesse.

Der Besuch

Der Park liegt in der Talsohle, im Ortsteil Spineta, am Fuß des Hügels, auf dem Grumento Nova steht, und unweit des Sees von Pietra del Pertusillo. Die Besucherdienste sind in den republikanischen Thermen am östlichen Decumanus untergebracht, es lohnt sich also, beim Ticketkauf den Blick schweifen zu lassen. Das Museo nazionale dell'Alta Val d'Agri mit seinen Tafeln zur Rekonstruktion der Bauten grenzt unmittelbar an: Wer es zuerst ansieht, liest das Theater deutlich leichter.

Tipp der Redaktion

Gehen Sie vom Theater die wenigen Schritte zum runden Frigidarium der republikanischen Thermen und schauen Sie in das Becken hinein: Dort wurden in der Neuzeit Keltertröge zum Traubenpressen und zur Mostgärung eingebaut. Zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert war das Grabungsareal wieder Weinbauland mit Bauernhäusern geworden, und hier überlagern sich die beiden Geschichten ganz handgreiflich.

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