Das 2016 auf der Piazza San Giovanni XXIII enthüllte Denkmal zeigt nicht die Madonna, sondern die Männer, die sie tragen. Bischof Georg Gänswein war bei der Einweihung dabei, und die in Bronze festgehaltene Geste wiederholt sich in Viggiano zweimal im Jahr. Am ersten Sonntag im Mai verlässt die Madonnenstatue die Mutterkirche und steigt zur Wallfahrtskirche auf dem Gipfel des Sacro Monte hinauf, auf 1725 m: 12 km Weg und rund tausend Höhenmeter, getragen von Freiwilligengruppen, die sich auf den Schultern abwechseln. Am ersten Sonntag im September geht dieselbe Strecke in umgekehrter Richtung zurück, als Prozession der Jungfrau, die vom Berg herabsteigt.
Sehenswertes
Der Platz, auf dem das Denkmal steht, ist wie eine Harfe geformt, und das nicht zufällig: Viggiano hat Generationen von Harfenspielern und Harfenbauern in die Welt geschickt. Um die Trägergruppe herum stehen die vier Statuen der Musikerinnen, mit Violine, Violoncello, Flöte und Harfe, und die Säule des Viggianesen in der Welt, die an die Auswanderung der Einheimischen nach Amerika, Australien und Südafrika erinnert. Dazu kommt die Anlage der tanzenden Brunnen mit Wasserspielen und farbigem Licht. Vor dem Rathaus und der Basilika liegt außerdem die Piazza Regina delle Genti Lucane, mit einem Zyklus bronzener Wappen der lukanischen Gemeinden.
Die Statue, die die Träger den Berg hinauf und hinunter begleiten, ist aus Olivenholz geschnitzt, ganz vergoldet bis auf das Gesicht, und zeigt eine Madonna in griechischer Tracht mit dem Kind auf dem Schoß. Erstmals erwähnt wird sie in einer Notariatsurkunde von 1393; 1991 krönte Johannes Paul II. sie zur Patronin und Königin der lukanischen Bevölkerung.
Der Besuch
Der Platz ist öffentlich und zu jeder Stunde begehbar, ohne Eintritt und ohne Tor. Schauen Sie zuerst auf die Hände und Schultern der Träger, dann heben Sie den Blick nach Norden, wo der Gipfel liegt, zu dem diese Schultern hinaufsteigen. Von September bis Mai steht die echte Madonna wenige Schritte entfernt in der Basilika.
Tipp der Redaktion
Wenn Sie am ersten Maisonntag oder am ersten Septembersonntag hier sind, warten Sie nicht auf dem Platz auf die Prozession. Fahren Sie hinauf zur Piana di Bonocore und gehen Sie dem Zug auf dem gepflasterten Pfad entgegen: Dort, wo der Anstieg wirklich zubeißt, sehen Sie den Wechsel der Träger, und genau davon will das Denkmal erzählen.
