⛪ Kirchen und Heiligtümer

Basilica del Sacro Monte di Viggiano

📍 Viggiano, Basilikata · 47/100

Das Erdbeben von 1673 machte die Kirche dem Erdboden gleich, die hier stand, wohl ein Bau des 15. Jahrhunderts. Die heutige entstand an ihrer Stelle und wurde 1735 von Alessandro Puoti, dem Bischof von Marsico Nuovo, geweiht; fünf Jahre später, am 12. Juni 1740, gliederte sie das Liberianische Kapitel der römischen Basilika Santa Maria Maggiore an. Seit 1859 ist sie die Pfarrkirche von Viggiano, und acht Monate im Jahr, vom ersten Sonntag im September bis zum ersten Sonntag im Mai, bewahrt sie die Marienstatue, die die übrige Zeit auf dem Sacro Monte steht. Am 11. Dezember 1965 erhob Paul VI. sie zur päpstlichen Basilika und verlieh der Madonna del Sacro Monte den Titel einer Patronin und Königin der lukanischen Bevölkerung.

Sehenswertes

Die Fassade ist nach Süden gerichtet und von Lisenen mit dorischen Kapitellen gegliedert, die ein vorkragendes Gebälk tragen; darüber läuft ein Attikageschoss, noch höher folgt eine von Voluten flankierte Ordnung mit dem Zifferblatt der Uhr. Das mittlere Portal hat einen Architrav und ein Heiligenbild, seitlich stehen zwei rundbogige Fenster. Der angebaute Glockenturm hat einen quadratischen Grundriss, die Glockenstube öffnet sich auf jeder Seite mit einem einbogigen Fenster.

Im Inneren teilen kreuzförmige Pfeiler und Rundbögen den Raum in drei Schiffe; die Decke ist kassettiert, mit Vergoldungen und Stuck, das verzierte Gewölbe stammt von 1854. Oben erkennt man eine Verkündigung und eine Himmelfahrt; im Presbyterium und in den beiden seitlichen Kapellen hängen die Leinwand der Madonna del Sacro Monte mit den Heiligen Gennaro und Francesco di Paola, 1714 von Giansenio Ferrari gemalt, ein von Francesco Fracanzano signierter Ewiger Vater und eine Unbefleckte Empfängnis von Filiberto Guma da Pignola aus dem Jahr 1656. Dazu kommen zwei Reliefs von Jacopo Della Pila, eine Madonna mit Kind und ein Johannes der Evangelist, sowie ein hölzernes Kruzifix des 15. Jahrhunderts.

Der Besuch

Die Kirche liegt an der Piazza Regina delle Genti Lucane, gegenüber dem Rathaus: Auf dem Platz sind Bronzereliefs mit den Wappen der 131 Gemeinden der Basilikata angebracht. Das Presbyterium ist um wenige Stufen erhöht und von einer geraden Rückwand geschlossen; Volksaltar und Ambo kamen bei der Restaurierung von 2003 hinzu. Wer zwischen September und Mai kommt, findet die Marienstatue hier, und deshalb ist die Kirche nie leer.

Tipp der Redaktion

Gehen Sie gleich nach dem Besuch in die Gassen des alten Ortskerns und schauen Sie nach oben: An den Portalen einzelner Häuser und auf den Schlusssteinen der Bögen sind kleine Harfen eingemeißelt, datiert zwischen 1858 und 1882 und oft von anderen Saiteninstrumenten begleitet. Der Stein stammt vom Ufer des Alli.

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