Als die Langobarden im sechsten Jahrhundert nach Italien kamen, war diese die erste Stadt, die sie nahmen und zur Hauptstadt eines Herzogtums machten. Cividale ist der Ort geblieben, an dem am meisten langobardisches Material Italiens verwahrt wird, und das Archäologische Museum ist sein Hauptlager: Was man hier sieht, sieht man anderswo nicht.
Sehenswertes
Die Grabbeigaben sind der wichtigste Teil: Waffen, Schnallen, Fibeln, hauchdünne Goldkreuze, die man den Toten aufs Gesicht legte, Schmuck und Gebrauchsgegenstände. Es sind Zeugnisse eines aus dem Norden gekommenen und hier sesshaft gewordenen Volkes und davon, wie es sich mit den schon Ansässigen vermischte.
Dazu kommen Elfenbeine, illuminierte Handschriften und liturgische Geräte des frühen Mittelalters sowie römische Funde der früheren Stadt. Das Museum liegt in einem Palast des sechzehnten Jahrhunderts, für die Vertreter Venedigs erbaut und Palladio zugeschrieben, und schon das Gebäude ist einen Teil der Karte wert.
Der Besuch
Das Museum liegt an der Piazza del Duomo, im Zentrum von Cividale, eine halbe Autostunde von Udine; Eintritt gegen Gebühr, mit einem Ruhetag. Anderthalb Stunden.
Tipp der Redaktion
Machen Sie Museum und langobardisches Tempietto in einem Zug: Das Tempietto liegt fünf Minuten zu Fuß entfernt über dem Fluss und ist der einzige frühmittelalterliche Bau Italiens, dessen Stuckdekoration noch an ihrem Platz ist. Erst die Objekte, dann der Raum, in dem sie Sinn ergaben: In zwei Stunden durchquert man ein Stück Geschichte, das die Schule auf einer halben Seite abhandelt.
