Aquileia ist heute ein Ort von wenigen tausend Einwohnern zwischen den Feldern Friauls. Vor zweitausend Jahren war es eine der größten Städte des Römischen Reiches: Flusshafen, Brückenkopf zur Donau, Knoten der nach Norden führenden Straßen und Endpunkt der Bernsteinstraße, die das fossile Harz der Ostsee bis hierher brachte. Das Archäologische Nationalmuseum bewahrt das, was eine Metropole zurücklässt, wenn sie aufhört zu bestehen.
Sehenswertes
Die Bernsteinsammlung ist der Hauptgrund des Besuchs: Hier verarbeiteten Handwerker das aus dem Norden kommende Rohmaterial zu Bildnissen, Amuletten, Deckeln kleiner Gefäße, Figürchen von wenigen Zentimetern, gelb und durchscheinend, die zum Zartesten gehören, was vom antiken Kunsthandwerk blieb. Daneben stehen die Sammlung geschnittener Gemmen, die Gläser, die Bronzen und die Münzen.
Dann die Skulpturen: Bildnisse von Privatleuten, mit den wirklichen Gesichtern von Menschen, die in dieser Stadt Geschäfte machten, und die großen Grabreliefs. Im Garten und in der Lapidariengalerie reihen sich Hunderte von Inschriften, Altären und Sarkophagen, die man nacheinander liest wie eine Namensliste. Und da sind die Mosaikböden, aus den Häusern gehoben, mit geometrischen Mustern und Meeresszenen.
Der Besuch
Das Museum liegt in der Via Roma, zwei Schritte von der Basilika; Eintritt mit Karte, oft zusammen mit den anderen Grabungsarealen, montags in der Regel geschlossen. Anderthalb Stunden. Forum, Flusshafen und die übrigen Grabungszonen liegen im Freien, sind kostenlos und wenige Gehminuten entfernt.
Tipp der Redaktion
Machen Sie das Museum vor der Basilika, nicht danach: Wenn Sie dann den Mosaikboden des vierten Jahrhunderts sehen, den größten des christlichen Westens, wissen Sie, wer ihn in Auftrag gab und mit welchem Geld. Und treten Sie vor den Bernsteinen nah an das Glas: Es sind winzige Objekte, und man muss genau hinsehen, um zu begreifen, dass es Bildnisse sind.
