Talmassons

Provinz: Udine · Region: Friaul-Julisch Venetien · Einwohner: 4.144 · PLZ: 33030

Das Wappen von Talmassons, 1975 verliehen, liest sich wie eine Zusammenfassung: da ist ein Bischofsstab, da ist ein schwarzer Sparren auf silbernem Feld, und da ist ein Stier. Der Stab steht für den Patriarchen von Aquileia, dem Papst Alexander III. 1174 diesen Ort samt den übrigen Dörfern des Bezirks Codroipo schenkte und der hier sowohl die geistliche wie die weltliche Gewalt ausübte; der Sparren ist das Wappen der Savorgnan, die den Ort nach dem Übergang an die Grafschaft Görz zu Lehen hatten, zusammen mit den Della Torre; der Stier nennt die Rinderzucht, die jahrhundertelang die Wirtschaft des Ortes war. Drei Figuren, drei Herren: die Kirche, die Familie und das Vieh.

Nach Venedig, das 1797 fiel, kamen die Österreicher, und mit ihnen eine Verwaltungsbezeichnung, die den Ort besser fotografiert als viele Beschreibungen: 1815 wurde Talmassons unter den Gemeinden des Bezirks Codroipo als Gemeinde dritter Klasse geführt, weil es weniger als dreitausend Einwohner hatte. Im Jahr 1866 kam es zum Königreich Italien. Die Pfarrkirche San Lorenzo wurde zwischen 1783 und 1784 erbaut und erst 1821 geweiht; im Innern sind die Fresken des Udineser Rocco Pittaco aus der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts. In Flambro steht die Villa Savorgnan, und nicht weit davon das Biotop der Quellaustritte, mit der Mühle Braida als Besucherzentrum: hier kommt das Wasser nicht aus einem Fluss, es tritt aus dem Boden. Schließlich gibt es etwas Neues, worauf der Ort mit Recht stolz ist: im April 2024 stieg die Volleyballmannschaft der Frauen von Talmassons in die Serie A1 auf, als erste Mannschaft Friaul-Julisch Venetiens, seit es die höchste Spielklasse gibt. Für eine Gemeinde von weniger als viertausend Einwohnern ist das nicht wenig.

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