Das Normannenkastell steht in der Altstadt von Rende, auf dem Hügel, von dem aus man einen guten Teil des Crati-Tals überblickt. Erbauen ließ es Bohemund von Hauteville, und 1095 war es vollendet: Es war der erste Schritt eines größeren Vorhabens, das sein Vater Robert Guiskard ersonnen hatte, einer Verteidigungslinie für das ganze Tal, von Bisignano bis Cosenza. Von hier aus bereitete Bohemund 1096 den Aufbruch zum Ersten Kreuzzug vor. Das Kastell ging dann an die Staufer, die Anjou, die Aragonesen und die Grafen Adorno; in der Neuzeit wurde es Adelspalast der Alarcón y Mendoza und der Magdalone, und von 1922 bis 2011 war es das Rathaus von Rende.
Sehenswertes
Schon die Form des Hügels machte die Annäherung schwer, und die Normannen gruben nicht einmal einen Graben, wie es sonst ihre Gewohnheit war: Es genügten die zwei Meter dicken Mauern und die Wachtürme, heute vier, ursprünglich vielleicht fünf, mit vielen Schießscharten. Im Hof wurde eine große Zisterne für Regenwasser gebaut, für die Zeit der Belagerungen. Im Inneren sind die Wappen der beiden Familien ausgestellt, die dort wohnten.
Seit 2012 ist das Kastell Sitz des Museums für zeitgenössische Kunst Bilotti, hervorgegangen aus den Schenkungen von Roberto Bilotti Ruggi d'Aragona: Malerei, Skulptur, Fotografie, Installationen und Videokunst. In der Dauerausstellung hängen Werke von Andy Warhol, Mario Ceroli und Luigi Ontani sowie von jüngeren Künstlern wie Pietro Ruffo: Von ihm stammt der große Panzer aus Holz, bedeckt mit den Seiten eines jüdischen Gebetbuchs, die in Form von Skarabäen ausgeschnitten sind.
Der Besuch
Zeiten und Eintritt des Museums sind bei der Gemeinde Rende zu erfragen; neben der ständigen Sammlung gibt es Wechselausstellungen.
Tipp der Redaktion
Die drei Türme des Kastells sind ins Wappen der Gemeinde eingegangen. Die Einwohner von Rende trugen sie schon 1222 auf ihrem Banner, als sie zur Einweihung des Doms nach Cosenza zogen, in Anwesenheit Friedrichs II. Im Ort hat das Kastell auch einen Spitznamen: der «Gigante di Pietra», der steinerne Riese.
