Die Gemeinde besteht aus neun Ortschaften — Agrifoglio, Calvisi, Celsita, Cupani, Diano, Lupia, Petrisi, Porticelle, Traversa — und keine von ihnen heißt Scigliano: der Name steht auf der Karte und in der Geschichte, nicht auf einem Schild am Dorfeingang. Was den Ursprung angeht, denkt man an einen lateinischen Grundbesitzer namens Sillius mit dem Suffix -anus oder an einen griechischen Namen. Unten im Tal überspannt den Savuto eine Brücke, die man hier die Hannibalsbrücke nennt, oder Sant'Angelo, weil die Legende die karthagischen Truppen darüber führt: manche Forscher datieren einzelne Lagen in die römische Zeit, andere halten die Brücke für mittelalterlich. Der Archäologe Edoardo Galli beschrieb sie als etwa dreizehn Meter hoch und doppelt so breit und erinnerte daran, dass der Savuto zu den wegen seiner Hochwasser gefürchtetsten Flüssen Kalabriens gehört.
Die wahre Geschichte Sciglianos aber ist die eines Ortes, der sich seine Freiheit mit Gold zurückkaufte. Im sechzehnten Jahrhundert war er eine der bekanntesten Gemeinden des Königreichs Neapel, und die Firrao, die di Gennaro und die d'Aquino versuchten mehrfach, ein Lehen daraus zu machen: jedes Mal zahlten die Bürger, um Land des Königs zu bleiben. Im Mai 1631 verkaufte ihn der Vizekönig von Neapel an den Fürsten von Castiglione, Cesare d'Aquino, und der Rückkauf gelang am 12. September 1636; im selben Jahr machte Flaminio Cimino daraus ein Gedicht in mundartlichen Oktaven, «Lu ricattu de Sciglianu». Die Ironie ist, dass ihn nicht die Barone zerlegten, sondern ein Dekret: nach dem Fall des Lehenswesens wurde das alte Scigliano am 4. Mai 1811 in vier Gemeinden geteilt, und 1820 erhielten die übrigen Weiler die Selbständigkeit. Zwischen 1845 und 1847 erschien hier eine wissenschaftlich-literarische Halbmonatsschrift, «Il Pitagora».