🏺 Archäologische Stätten

Abacano

📍 Tripi, Sizilien · 58/100

Abakainon war eine Stadt der Sikeler, also jenes Volkes, das vor den Griechen in Sizilien war, und eine der wenigen, die nie in eine Kolonie verwandelt wurde. Sie überlebte zwischen stärkeren Nachbarn, übernahm deren Alphabet und Bräuche und prägte eine Zeitlang eigene Münzen: Das ist das Zeichen dafür, dass eine Stadt unabhängig war, und ihre ganze Geschichte liest sich daran ab.

Sehenswertes

Der Platz liegt auf einer Hochfläche zwischen den Nebrodi und den Peloritani, im Gebiet von Tripi, und besichtigt werden vor allem die Nekropole und die Reste der antiken Bauten. Die Gräber sind in den Fels geschnitten und als Kammern angelegt, und die daraus geborgenen Beigaben erzählen von einer Gesellschaft, die mit der griechischen Welt handelte, ohne zu ihr zu gehören.

Im Jahr 396 vor Christus nahm der Tyrann von Syrakus Abakainon ein Stück Land, um das nahe Tyndaris zu gründen, und von da an begann das Ende: erst der Verlust des Münzrechts, dann nach Zweckmäßigkeit gewechselte Bündnisse, schließlich die Unterwerfung. Die Funde werden im Antiquarium des Dorfes bewahrt.

Der Besuch

Fundplatz und Antiquarium liegen in Tripi, Provinz Messina, eine Autostunde von der tyrrhenischen Küste; der Zugang zur Grabung ist frei, das Antiquarium hat eigene Zeiten, im Dorf fragt man am besten nach. Anderthalb Stunden.

Tipp der Redaktion

Sehen Sie sich die Münzen im Antiquarium an, bevor Sie zur Grabung hinaufsteigen: Sie sind klein, aus Bronze und Silber, und tragen den Namen der Stadt. Münzen zu prägen hieß, als politisches Subjekt zu bestehen, und wem man es verbot, den löschte man aus, ohne ihn zerstören zu müssen. Hier verlief die Geschichte genau so.

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