Lacedonia

Provinz: Avellino · Region: Kampanien · Einwohner: 2.465 · PLZ: 83046

Lacedonia ist eine von nur vier kampanischen Gemeinden, deren Gebiet an zwei andere Regionen grenzt, an Apulien und die Basilikata. In römischer Zeit war es Aquilonia der Hirpiner, ein Munizipium an der Via Appia; im sechsten Jahrhundert schenkte es der oströmische Kaiser Justinian den Benediktinern; mit den Normannen wurde es Bischofssitz und blieb es neun Jahrhunderte lang — der erste Bischof, Simeone, weihte 1059 die Abtei San Michele Arcangelo von Monticchio ein, und nach ihm kamen sechsundsechzig Bischöfe bis 1986, als die Diözese mit jener von Ariano vereinigt wurde. Der normannische Herr des Lehens, Riccardo Balbano, schickte sechzig Fußsoldaten und sechzig Reiter zum Dritten Kreuzzug.

Das Erdbeben vom fünften Dezember 1456 legte die Stadt in Trümmer, und Gabriele Orsini baute sie innerhalb einer Ringmauer mit Graben und vier Toren wieder auf; sein Schwiegersohn Pirro Del Balzo gab Burg und Ort Renaissanceformen, und in einer Kirche von Lacedonia schworen die aufständischen Barone unter eben diesem Del Balzo jene Verschwörung gegen König Ferrante von Aragón, die die aragonesische Herrschaft über Süditalien gefährdete. Im Jahr 1501 baute Baldassarre Pappacoda das Castello Nuovo; ab 1566 gehörte das Lehen den Doria, bis 1806. Nach einem weiteren Erdbeben, dem von 1930, baute die Regierung die Stadt mit erdbebensicheren Häusern wieder auf. Die Lehrerbildungsanstalt des Ortes gründete Francesco De Sanctis, und auf blauem Schild führt Lacedonia einen silbernen Storch mit einer Schlange im Schnabel, unter einem Kometen.

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