Durazzano

Provinz: Benevento · Region: Kampanien · Einwohner: 2.247 · PLZ: 82015

Der Ort erscheint im vierzehnten Jahrhundert in den Urkunden als Oraczanum, im Justiziariat Terra di Lavoro und in der Grafschaft Caserta, deren Lehnsschicksale er teilte — und er teilte sie im Laufschritt. Unter den Anjou wurde er den Sus verliehen, ging dann an einen Chirurgen, Pasquale De Parma, und nach ihm an die Ciciniello, die Della Ratta, die Caracciolo, die Spinelli, die D'Aquino, die Carafa, die Tomacelli und die Loffredo: das Wappen der Della Ratta ist noch am Portal der mittelalterlichen Vierturmburg eingemeißelt. Im Jahr 1749 wurde Durazzano königliches Land und nie wieder verlehnt. Kurz zuvor, 1647, war die Welle der Revolution Masaniellos hier angekommen: das Lehnsjoch wurde abgeschüttelt und der Rentmeister des Barons getötet, doch die Täter fielen den vizeköniglichen Soldaten in die Hände und wurden gehängt. Einst bildete Durazzano überdies mit Cervino und Forchia eine einzige Gemeinde, die heute in einer anderen Provinz liegen.

Durch das Gebiet führt der Ponte della Valle, die zweite Brücke des Karolinischen Aquädukts: es ist das Werk, das das Wasser zur Kaskade des Schlosses von Caserta bringt und in die Welterbeliste der UNESCO eingetragen ist. Ein Stück des großen Aquädukts des achtzehnten Jahrhunderts steht also in einem Ort von zweitausend Einwohnern. Zweieinhalb Jahrhunderte später wurde das Tal von einer Infrastruktur anderer Art durchzogen: seit Oktober 2005 stehen hier sieben Windräder mit insgesamt vierzehn Megawatt. Bis 1970 hatte die Gemeinde auch einen eigenen Haltepunkt, Cervino-Durazzano, und heute liegt der nächste Bahnhof in Santa Maria a Vico an derselben Strecke. Im Jahr 2019 schließlich richtete Durazzano die Wurfscheiben-Wettbewerbe der Universiade von Neapel aus.

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