Riardo

Provinz: Caserta · Region: Kampanien · Einwohner: 2.412 · PLZ: 81053

Riardo ist seit dem Altertum für seine Mineralwässer bekannt, und das Wasser steckt vielleicht auch im Namen: Eine Vermutung leitet ihn von rivus ardens her, dem brennenden Bach, weil jenes Wasser — damals wohl sehr spritzig — dem, der es trank, wie Feuer vorkam. Eine andere erzählt, Hannibal habe auf seinem Durchzug im Zweiten Punischen Krieg Salz über das Dorf geworfen und es danach Riardum genannt; andere Quellen gehen von einem älteren Liardo aus. Über die Etymologie wird noch immer gestritten. Auf der Kuppe des Hügels, der die Ebene des Savone beherrscht, steht die Burg, die die Langobarden im achten Jahrhundert errichteten.

In normannischer und staufischer Zeit gehörte das Lehen den Carafa. Als Papst Gregor IX. 1229 die Terra di Lavoro angriff und den Aufstand der Barone gegen Friedrich II. unterstützte, zog der König von Jerusalem durch Riardo und blieb drei Tage, um dem Kaiser den Weg zu sperren. Nach der Eroberung durch die Anjou fiel das Lehen an Simon von Montfort, und 1690 kaufte es Gedeone Cafaro, der daraus den Herzogstitel bezog. In der Nacht vom zweiundzwanzigsten auf den dreiundzwanzigsten Oktober 1943 gaben die Deutschen den Ort auf. Heute liegen hier die Quellen der Mineralwässer Ferrarelle und Santagata und mit ihnen der Betrieb, der sie abfüllt: dasselbe Wasser, das schon die Römer kannten.

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