Vor dem Tor, das zum Meer blickt, lagen in Pompeji die modernsten Thermen der Stadt: neuartige Heizanlagen, ein Schwimmbecken, ein Nymphäum mit Wasserfall und drei Räume, die einen anderen als den klassischen Weg erlaubten. Und, anders als in den Thermen der Stadtmitte, keine Trennung zwischen Männer- und Frauenbereich: Hier trat man gemeinsam ein.
Sehenswertes
Die Anlage entstand im ersten Jahrzehnt des ersten Jahrhunderts und umfasst Umkleide, Kaltraum, Warmraum, Dampfbad und Heißraum. Das Erdbeben von 62 beschädigte sie, und einige Sicherungsarbeiten liefen noch, als der Vesuv 79 ausbrach: Auch hier hat der Ausbruch eine Baustelle angehalten.
Bekannt sind die Thermen vor allem für die Bilder der Umkleide, acht kleine Tafeln erotischen Inhalts, hoch an der Wand gemalt. Sie sind der Grund, warum dieses Gebäude in jedem Buch über römische Sitten vorkommt, und sie wurden spät gefunden: Die Grabungen erreichten diesen Ort erst 1958.
Der Besuch
Die Thermen liegen unmittelbar vor der Porta Marina, neben dem Haupteingang der Ausgrabungen; man kommt mit der Karte des Archäologieparks hinein, doch der Zugang kann begrenzt oder abwechselnd sein und sollte bei der Ankunft geprüft werden. Eine halbe Stunde.
Tipp der Redaktion
Sehen Sie, was unter jenen Bildern liegt: eine Reihe nummerierter Fächer für die Kleider. Die verbreitetste Erklärung lautet, jede kleine Szene habe dazu gedient, sich die eigene Nummer zu merken, wie eine Garderobenmarke. Das Berühmteste an diesem Ort ist demnach wohl ein System, um die Tunika nicht zu verlieren.
