Sehenswürdigkeiten · Cava de' Tirreni

Weitere Sehenswürdigkeiten

  • Abbazia della Santissima Trinità

    Die Abtei der Santissima Trinità, bekannt als Badia di Cava, ist eine Benediktinerabtei im Ortsteil Corpo di Cava, auf etwa 400 Metern Höhe und drei Kilometer vom Zentrum von Cava de' Tirreni entfernt, nicht weit von der Amalfiküste. Sie wurde 1011 vom heiligen Alferius Pappacarbone gegründet, einem Adligen aus Salerno langobardischer Herkunft, der in Cluny ausgebildet worden war und sich unter der großen Grotte Arsicia am Fuß des Monte Finestra in ein Einsiedlerleben zurückzog.

    Sehenswertes

    Um Alferius sammelten sich bald viele Schüler: Zwischen der Grotte und dem Fluss Selano entstanden eine Kirche und ein kleines Kloster, der Kern der heutigen Abtei. 1025 schenkten Fürst Waimar III. von Salerno und sein Sohn der Gemeinschaft die Wälder und Ländereien um die Grotte; aus dieser Urkunde ging das Archiv hervor. Die ersten vier Äbte, Alferius, Leo I., Petrus I. und Constabilis, wurden 1893 heiliggesprochen. Petrus I., Neffe des Alferius, vergrößerte das Kloster und gründete den Ordo Cavensis mit Hunderten abhängigen Kirchen und Klöstern in Süditalien; 1092 weihte Papst Urban II. die Basilika. Die heutige Fassade stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts; Kuppel, Chor und Querhaus wurden im 19. Jahrhundert von Vincenzo Morani freskiert.

    Zu den Werken zählen der Ambo mit Mosaik des 12. Jahrhunderts, zwei Renaissance-Reliefs mit dem heiligen Matthäus und der heiligen Felicitas, der Altar des 17. Jahrhunderts aus farbigem Marmor der Sakramentskapelle und die Grotte des heiligen Alferius mit der Reliquienurne und Resten von Fresken des 14. Jahrhunderts. In den Untergeschossen der Basilika sind die ursprünglichen Bauten und Spuren von Gebäuden des 1. Jahrhunderts n. Chr. teilweise zu sehen. Der romanische Kreuzgang des 13. Jahrhunderts ist mit römischen Sarkophagen geschmückt. Ein großer Saal des 12. Jahrhunderts dient als Museum, mit einer sienesischen Tafel des 15. Jahrhunderts, einem Elfenbeinkästchen des 11. Jahrhunderts, einem Andrea Sabatini zugeschriebenen Polyptychon, Gemälden von Caravaggisten, archäologischen Funden, Münzen der langobardischen und normannischen Münzstätten Salernos, Majoliken und illuminierten Handschriften. In der Kirche ist Königin Sibylle von Burgund begraben, die zweite Frau Rogers II. von Sizilien.

    Der Besuch

    Das Museum der Abtei liegt in der Via Morcaldi 6, die Staatsbibliothek des Nationaldenkmals in der Via Morcaldi 2 in Corpo di Cava; man erreicht es über die Staatsstraße der Badia di Cava. Seit 1866 ist die Abtei Nationaldenkmal. Die Besuchszeiten von Museum und Kirche sind zu prüfen.

    Tipp der Redaktion

    Die Bibliothek bewahrt mehr als fünfzigtausend Bände, viele Inkunabeln und Drucke des 16. Jahrhunderts, das Archiv über fünfzehntausend Pergamente: Zu den bekanntesten Stücken gehören der Codex Legum Longobardorum von 1004, die älteste Sammlung langobardischer Gesetze, und die Bibel von La Cava. Die Urkunden ab 792 werden im Codex diplomaticus Cavensis veröffentlicht, der 1873 begonnen wurde.

  • Chiesa di San Rocco

    Die Kirche San Rocco steht im historischen Teil von Cava de' Tirreni und ist zusammen mit dem Dom das einzige Gotteshaus, das an der Hauptstraße liegt. Sie wurde am 11. August 1526 während einer Pest von der Stadtverwaltung beschlossen und 1528 errichtet, geweiht der Madonna di Costantinopoli und den Heiligen Rochus und Sebastian, den Schutzheiligen der Pestkranken.

    Sehenswertes

    Über der Tür wurde eine Tafel mit einem lateinischen Distichon eingemauert: Während Rochus die Ansteckung der schrecklichen Seuche vertreibt, so die Inschrift, baut Cava ihm sein Haus. Die eklektische Fassade hat zwei Ordnungen: Unten liegt vor den drei Eingängen ein Portikus, verschlossen von einem Gitter, das die Gemeinde 1865 anbringen ließ, weil das Wachstum der Stadt den Eingang zu versperren drohte; oben in der Mitte erhellt ein Marmorquadrat mit einer Fensterrose den Saal unter dem Satteldach. Das einzige Schiff ist schlicht: Die Dekoration beschränkt sich auf den Triumphbogen, den inneren Narthex, die beiden Bögen der Seitenaltäre und den Bogen der Sängerempore, wo Travertin mit grauem Stein in zweifarbigen Bändern wechselt.

    Die Kirche wurde mehrmals restauriert: 1610, mit dem von Monsignore Domenico Sorrentino gestifteten Marmoraltar; 1743, auf Kosten der Gläubigen, mit Stuck und vielleicht den beiden Seitenaltären; 1857 wurden die Sängerempore über dem Portikus und die Orgel mit öffentlichen Spenden gebaut; weitere Restaurierungen folgten 1864 und, nach der Cholera, 1911. Im September 1943 wurde die Kirche von Bomben voll getroffen, und das Dach stürzte ein; nach Jahren des Wartens wurde sie in einem schlichten romanischen Stil wiederhergestellt.

    Der Besuch

    Die Kirche liegt an der Hauptstraße in der Altstadt. Sie ist eine Filialkirche der Pfarrei Sant'Adiutore. Öffnungs- und Gottesdienstzeiten sind zu prüfen.

    Tipp der Redaktion

    Am Ende der Apsis hängt eine feine Nachbildung des Kruzifixes von Cimabue aus dem Museum von Santa Croce in Florenz, gemalt vom Maler Matteo Apicella aus Cava. In der Kirche wird auch die heilige Rita von Cascia verehrt, die den Gläubigen des Viertels Ferrovia besonders am Herzen liegt.

  • Chiesa di Santa Maria Incoronata dell'Olmo

    Die Basilika Santa Maria dell'Olmo ist das Heiligtum der Schutzpatronin von Cava de' Tirreni. Die Verehrung reicht ins 11. Jahrhundert zurück, als Hirten ein Marienbild fanden, das sich in den Zweigen einer Ulme verfangen hatte: In die Kirche San Cesareo gebracht, nach anderen nach Vetranto, soll es von selbst an den Fundort zurückgekehrt sein.

    Sehenswertes

    Das erste historische Datum ist 1482, als der heilige Franz von Paola den Grundstein des Heiligtums legte. Die Kirche wurde bis ins 19. Jahrhundert von den Minimen betreut, danach von den Oratorianern des heiligen Philipp Neri. Am 21. Mai 1672 erwählte die Stadtregierung auf Vorschlag des Bürgermeisters Fulvio Atenolfi die Madonna dell'Olmo zu ihrer besonderen Beschützerin, und im Juli 1931 erhob Papst Pius XI. das Heiligtum zur Basilica minor. Das Erdbeben von 1980 beschädigte das Gebäude schwer.

    Die Kirche hat ein einziges Schiff mit kleinen Seitenkapellen. Die Decke ist vollständig mit Szenen aus dem Leben des heiligen Franz von Paola bemalt, einem Werk des 17. Jahrhunderts von Michele Ragolia, und die Kuppel über dem Hochaltar ist freskiert. Der 1924 eingeweihte Hochaltar hat vier Statuen von Francesco Jerace, die Heiligen Adiutor, Alferius, Franz von Paola und Philipp Neri, zu Füßen einer bronzenen Ulme, in deren Laub das Marienbild eingesetzt ist; früher stand es auf dem Herz-Jesu-Altar. Sehenswert sind auch die Statue der Unbefleckten Empfängnis von Naccherino (1594) am letzten Altar links nahe der Sakristei und die Marmorkanzel von A. Balzico, die auf einem Löwen und einem Stier ruht, Symbolen der Evangelisten. Am vorletzten Altar rechts ruht der Diener Gottes Pater Giulio Castelli, der 1896 in Cava die Oratorianerkongregation gründete und dessen Seligsprechungsverfahren läuft.

    Der Besuch

    Das Hochfest wird seit 1581 am 8. September gefeiert, dem Fest Mariä Geburt. Neben der Basilika liegt das einstige Minimenkloster, heute Haus der Oratorianer, mit Jugend- und Pfarrarbeit und einer Bibliothek. Öffnungszeiten sind zu prüfen.

    Tipp der Redaktion

    Im Kreuzgang des Klosters aus dem 16. Jahrhundert, von 1582, finden im Lauf des Jahres Konzerte statt: Ein Blick in den Kalender lohnt sich. Die Basilika besitzt außerdem eine restaurierte Orgel.

  • Castello di Sant'Adiutore

    Die Burg Sant'Adiutore steht auf dem Monte Castello, einem 460 Meter hohen Hügel, den die Einwohner von Cava «Berg» nennen und um den sich alle Ortsteile von Cava de' Tirreni gruppieren. Das Baudatum ist ungewiss, liegt aber vor dem Jahr 1000: Die Burg wird in den Schenkungsurkunden an die Badia von 1035 und 1058 erwähnt.

    Sehenswertes

    Der Hügel liegt zwischen den beiden Straßen, die nach Salerno führten, und die langobardischen Fürsten errichteten dort eine Festung, Stützpunkt einer Reihe von Türmen, Erdwällen und Mauern, die über die Orte Serra, Borrello und Campitello bis zum Ort Arco reichten, wo die Via Maggiore vorbeiführte. Die Anlage hieß zuerst «Castrum Salerno», dann «Castrum Sancti Adiutoris», nach dem Heiligen, der der Gegend den Namen gab; seit dem 16. Jahrhundert setzte sich der allgemeine Name Castello durch. Als der Fürst von Salerno dem Kloster der Santissima Trinità das Tal Metelliana zu Lehen gab, nahm er ausgerechnet die Festung aus, die er zur Verteidigung der Hauptstraße nach Salerno behalten wollte.

    1527, im Krieg zwischen Karl V. und der Liga aus Papst, Venezianern und Franzosen, landete der Anführer der Liga in Salerno und versuchte, über Cava nach Neapel zu ziehen: Die Kanonen der Burg und fünfhundert Arkebusiere aus Cava versperrten ihm den Weg, und die Einwohner besetzten danach Salerno wieder, eine Hilfe, an die man den Kaiser selbst erinnerte. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Burg, irrtümlich für einen Stützpunkt der deutschen Artillerie gehalten, von den Bomben anglo-amerikanischer Jagdbomber dem Erdboden gleichgemacht.

    Der Besuch

    Das Gelände wird von der Gemeinde und dem Ente Monte Castello gepflegt und verwaltet. Vom Gipfel reicht der Blick vom Monte San Liberatore im Süden über den Monte Finestra und den Monte Sant'Angelo im Westen bis zum Vesuv im Nordwesten. Zeiten und Zugangsmodalitäten sind zu prüfen.

    Tipp der Redaktion

    Der Hügel ist das Herz der Festa di Montecastello zu Ehren des Allerheiligsten Sakraments, die seit 1656 stattfindet, als der Pfarrer des Ortsteils Santissima Annunziata, Don Angelo Franco, das Allerheiligste in einer Prozession zur Burg hinauftrug, um das Ende der Pest zu erbitten. In der Oktav von Fronleichnam wird von der Burg aus der Segen über die Stadt erteilt, die «Pistonieri» schießen Salut, und das Fest endet mit einem Feuerwerk; in diesen Tagen essen die Familien Milz, Soppressata, Auberginen mit Schokolade und Makkaroni-Pastiera.

  • Chiesa di Santa Maria del Quadruviale

    Die Kirche Santa Maria del Quadruviale liegt in Cava de' Tirreni und hat ihren Namen von der Straßenkreuzung, an der sie steht. Sie wurde um 1383 errichtet und erhielt Ende des 16. Jahrhunderts ihre endgültige Gestalt.

    Sehenswertes

    Die Fassade aus dem 16. Jahrhundert und der sechsgeschossige Glockenturm mit seiner majolikaverkleideten Kuppel und bildhauerischem Schmuck sind ein Beispiel für die Renaissancearchitektur der bekannten Baumeister von «La Cava».

    Neben der Kirche liegt das Oratorium der gleichnamigen Bruderschaft, mit hölzernem Gestühl und einer fein bemalten Decke. In den Räumen darunter gab es auch ein Pilgerhospiz, weil in der Nähe die wichtige Via Maggiore vorbeiführte, die Straße, die aus dem Tal nach Salerno ging.

    Der Besuch

    In der Kirche befindet sich ein Museum, in der Via Quadruviale im Ortsteil San Pietro. Die herangezogenen Quellen nennen keine Öffnungszeiten für Kirche und Museum: Sie sind vor dem Besuch zu prüfen.

    Tipp der Redaktion

    Von der Kirche aus kann man zu Fuß Abschnitte der alten Via Maggiore begehen, die über die Berge nach Salerno führte: So lässt sich der Besuch mit einem Spaziergang auf den Spuren der Pilger verbinden, die im Hospiz einkehrten.

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