Vibonati zählt 3.237 Einwohner auf einem schmalen, lang gestreckten Sporn über dem Golf von Policastro, und man nennt es das Dorf der Portale: In den Gassen, die hier ruve heißen, reihen sie sich zu Dutzenden, und in manche sind Allegorien und Sinnbilder geschnitten, auch esoterische. Über die Ursprünge ist viel fantasiert worden — die einen machen daraus das Vibo ad Siccam, von dem Cicero spricht, die anderen bringen phönizische Verbannte aus Tyros ins Spiel, da ein Ortsteil Tirone heißt —, doch die erste Urkunde, die es nennt, stammt von 1415.
In der Wallfahrtskirche Sant'Antonio Abate, die jahrhundertelang griechischen Ritus hatte, ist das Taufbecken aus einem antiken korinthischen Kapitell gehöhlt, und in einer Kapelle hängt eine Tafel mit der Rosenkranzmadonna zwischen den Dominikanerheiligen und den Siegern von Lepanto: Sie steht dort, um daran zu erinnern, dass der Ort zu jener Schlacht die Seinen geschickt hatte. Am 3. September 1860 beherbergte Vibonati Garibaldi, und eine Tafel am Palazzo De Nicolelis sagt es noch. Auf dem Brunnen des Platzes, der von 1904 stammt, steht dagegen ein Satz aus Ciceros De legibus: salus populi suprema lex.