Das Jesuskind, das hier am Fest des Heiligsten Namens verehrt wird, kam nicht mit der Kirche: Die Figur gehörte Francesca Teresa Rossi, jener Frau — heute Dienerin Gottes —, auf deren Initiative der Bau zurückgeht. Die Arbeiten begannen am 19. August 1923 im Ortsteil Geo oberhalb von Ceranesi; fünf Jahre später, am 28. März 1928, wurde die fertige Kirche zum eigenständigen Vikariat erhoben, und am 14. November 1936 kam der Titel der Pfarrei hinzu. Was man heute sieht, geht allerdings großteils auf die Erweiterung der sechziger Jahre zurück: Am 4. August 1963 segnete und weihte der Genueser Erzbischof Giuseppe Siri die neue Kirche ein, am 24. September 1967 folgte der Glockenturm. Nach den Restaurierungen an Kirche und Pfarrhaus im Jahr 1979 erfolgte die offizielle Konsekration erst am 26. Juni 1982, erneut durch Siri, der inzwischen Kardinal war.
Sehenswertes
Die Kirche steht auf einem hohen Podium; davor liegt ein Portikus mit drei Rundbögen auf Pfeilern, der zwischen Straße und Eingang vermittelt. Die Fassade ist ein vollständig verputzter Giebelbau: in der Mitte das Portal mit einem Vordach aus zwei Schrägen, darüber ein dreiteiliges Serliana-Fenster. Rechts erhebt sich der Glockenturm von 1967 mit pyramidenförmigem Helm.
Im Inneren ein einziges Schiff mit Holzdecke. Neben der Christkind-Figur aus dem Besitz von Rossi, die am Fest des Heiligsten Namens zur Verehrung ausgestellt wird, hängt ein Gemälde desselben Motivs: Der Maler Antonio Maugeri schenkte es der Pfarrei, gesegnet wurde es am 19. Januar 1986. An der Innenfassade über dem Portal steht die Orgel, 2004 von der Firma Fratelli Marin gebaut: Holzgehäuse in drei Feldern, Prospekt aus Prinzipalpfeifen mit spitzen Labien, fahrbarer Spieltisch mit zwei Manualen zu je 58 Tasten und konkav-radialem Pedal mit 30 Tönen.
Der Besuch
Geo ist einer der Ortsteile von Ceranesi, im Polcevera-Tal im Hinterland von Genua; die Kirche gibt der Zufahrtsstraße den Namen, via Santissimo Nome di Gesù. Die Pfarrei gehört zum Vikariat Bolzaneto des Erzbistums Genua und hat keine Museumsöffnungszeiten: Geöffnet wird zu den Gottesdiensten, ansonsten hilft ein Wort mit dem Pfarrer. Ein mittelalterliches Baudenkmal darf man nicht erwarten: Das hier ist eine Pfarrkirche des 20. Jahrhunderts und will als solche gesehen werden.
Tipp der Redaktion
Wir würden zum Fest des Heiligsten Namens kommen, dem einzigen Termin, an dem die Figur von Rossi gezeigt wird: Sie erklärt, warum es diese Kirche überhaupt gibt. Wer an einem gewöhnlichen Tag hier ist, schaue zur Innenfassade hinauf, wo die Orgel von 2004 ihre Prinzipalpfeifen mit den spitzen Labien zeigt, ein Detail, das man vom Schiff aus mit bloßem Auge erkennt. Und vor dem Eintreten kurz unter dem Portikus stehen bleiben: Von oben, auf dem Podium, wird der Sprung zwischen Straße und Bau erst richtig deutlich.
