Elf Jahre lang stritten zwei Kirchen in Sestri Ponente um den Rang der Pfarrei. Die Basilika Nostra Signora Assunta, begonnen am 4. Oktober 1610 und 1618 vollendet, wurde am 22. Dezember 1620 zur Pfarrkirche erhoben und verdrängte damit die benachbarte San Giovanni Battista, die diesen Titel seit 1132 innehatte; dann wurde die Entscheidung umgekehrt, am 3. Februar 1623 machte man beide unabhängig, und erst ein Urteil der Konzilskongregation vom 15. November 1631 beendete den Streit endgültig. 1624 kam der Glockenturm hinzu, 1951 erhob Pius XII. sie zur Basilica minor.
Sehenswertes
Die heutige Fassade ist knapp neunzig Jahre alt: Sie entstand 1932 nach einem Entwurf des Architekten Piero de Barbieri, gemeinsam mit dem aus Sestri stammenden Bildhauer Luigi Venzano. Seitlich stehen Betonstatuen des heiligen Johannes des Täufers und des heiligen Josef, in der höheren Mitte ein Hochrelief der Madonna, sechs mal fünf Meter, gegossen aus einer Mischung von Bronze und Zement: einfache Werkstoffe des zwanzigsten Jahrhunderts für eine Schauseite, die barock wirken will.
Im Inneren ein einziges Schiff, achtzehn Meter breit und achtunddreißig Meter lang, in mehreren Epochen Schicht für Schicht ausgestattet. Zu den Urhebern der Fresken, Stuckaturen und Marmorarbeiten zählen die Genuesen Giulio Benso, Domenico Piola und Nicolò Barabino sowie der aus Sestri stammende Gian Stefano Rossi: vier Namen, die drei Jahrhunderte ligurischer Malerei unter einem Dach versammeln. Geweiht wurde die Kirche am 10. Oktober 1629 von Vincenzo Giovanni Spinola, dem Bischof von Brugnato.
Der Besuch
Der Haupteingang zeigt nach Norden, zur Piazza Francesco Baracca, benannt nach dem Flieger des Ersten Weltkriegs: Wir sind im Zentrum von Sestri Ponente, wenige Schritte von der Via Sestri entfernt, und der Bahnhof Genova Sestri Ponente Aeroporto liegt in der Nähe. Es ist eine aktive Pfarrei, deren Zeiten sich nach dem Messplan richten: Vormittags und am späten Nachmittag stehen die Türen am ehesten offen. Der Innenraum wurde zwischen 2003 und 2006 restauriert, drei Jahre Arbeit, und die Farben kommen wieder zur Geltung.
Tipp der Redaktion
Bleiben Sie vor dem Eingang auf dem Platz stehen und betrachten Sie das Madonnenrelief im Gegenlicht: Von Weitem hält man es für Stein, aus der Nähe erkennt man den Zement, und dieses Detail erzählt vom industriellen Sestri der 1930er Jahre mehr als die meisten Tafeln. Wer Zeit hat, sucht anschließend die Kirche San Giovanni Battista ein Stück weiter: Die beiden Rivalinnen so nah beieinander zu sehen, macht den Pfarrstreit bis 1631 sehr viel greifbarer.
