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⛪ Kirchen und Heiligtümer

santuario di Nostra Signora della Guardia

📍 Ceranesi, Ligurien · 52/100

Ein Hirte namens Benedetto Pareto erzählte, er habe auf dem Gipfel des Monte Figogna die Madonna gesehen und den Auftrag erhalten, dort eine Kapelle zu bauen. Er antwortete, er sei ein armer Mann und könne das nicht, ging nach Hause und sagte niemandem etwas. Wenige Tage später stürzte er von einem Baum und lag schwer verletzt; er genas, und es war die Genesung, mehr als die Erscheinung, die ihn zum Reden brachte. Die Überlieferung setzt das Ereignis auf den 29. August 1490, manche Forscher datieren es auf 1487; der älteste Beleg ist eine Notariatsurkunde von 1530 im historischen Archiv der erzbischöflichen Kurie von Genua. Aus dieser Erzählung ist der bedeutendste Marienwallfahrtsort Liguriens geworden, heute eine Basilica minor auf dem Gipfel, auf 804 Metern.

Sehenswertes

Die Kirche, die man heute betritt, ist die dritte an diesem Ort. Die erste Kapelle errichtete der Überlieferung nach Pareto selbst an der Stelle der Erscheinung: ein rechteckiger Raum mit Holzdach, heute geschützt in der Erscheinungskapelle, mit einer Marmormadonna in der Nische, einem Altar von 1632 und der 1850 hinzugefügten Statue des Hirten. Das erste Heiligtum entstand zwischen 1528 und 1530 aus Spenden der Gläubigen und der Adelsfamilie Ghersi; das neue Pilgerhospiz, von den Brüdern Durazzo finanziert, öffnete 1785 nach Jahren Bauzeit, die das Heraufschaffen des Materials auf den Gipfel in die Länge zog.

Die heutige Basilika stammt aus dem 19. Jahrhundert, und ihre Baustelle war eine Sache für sich: Ein erster Entwurf wurde wegen der Kosten fallen gelassen, 1857 legte man den Grundstein, 1865 galt der Standort als ungeeignet und das Gebaute wurde abgerissen. 1866 begann man neu, nach dem Entwurf des Mailänder Ingenieurs Luigi Bisi, und ebnete einen Teil der Kuppe mit der unbezahlten Arbeit der Bewohner des Polcevera-Tals ein; 1889 war die Kirche fertig, am 26. Mai 1890 wurde sie eingeweiht. Innen ein lateinisches Kreuz mit drei Schiffen: Die Fresken zum Leben Mariens schuf Antonio Giuseppe Santagata (1963), die der Kuppel Pasquale Arzuffi, mit Maria zwischen den Schutzheiligen der Republik Genua. Hinter dem Marmoraltar steht in einem Tempietto die 1894 von Antonio Canepa gemeißelte Statue der Madonna della Guardia. Eine Tür im linken Seitenschiff führt in den Saal der Votivgaben: Hunderte Bilder, Fotografien und Gegenstände von Menschen, die sich von Krankheit, Unfällen, Kriegen und Schiffbrüchen geheilt oder bewahrt sahen.

Der Besuch

Bis 1929 kam man nur zu Fuß auf den Gipfel; dann nahm die Autoguidovia den Betrieb auf und brachte die Pilger vom Talgrund herauf. 1963 wurde die Fahrstraße eröffnet, die Provinzstraße 52, die von Bolzaneto elf Kilometer hinaufführt, und 1967 wurde die unrentabel gewordene Autoguidovia stillgelegt. Heute fährt man mit dem Auto von Genua herauf, gut zwanzig Kilometer, oder geht auf den Wegen aus dem Polcevera-Tal. Von der Terrasse vor der Kirche reicht der Blick an klaren Tagen über das Tal, einen Teil von Genua und beide Rivieras; im Winter, bei klarer Luft, sind die Berge Korsikas zu erkennen.

Tipp der Redaktion

Wir empfehlen, dem Saal der Votivgaben eine gute Viertelstunde zu geben: Er erzählt am meisten, denn es geht dort nicht um Architektur, sondern um die Menschen, die heraufgestiegen sind, oft zu Fuß, um dafür zu danken, dass sie noch leben. Und wer Beine und Zeit hat, geht wenigstens das letzte Stück des Anstiegs zu Fuß: Diese Kirche haben Männer gebaut, die das Material dieselbe Steigung hinauftrugen. Hier waren auch die Päpste: Johannes Paul II. 1985, Benedikt XVI. 2008 und Franziskus 2017, der mit einer Gruppe von Armen, Häftlingen und Flüchtlingen zu Mittag aß.

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