1877 wuchsen in Cogoleto die Mauern und das Dach der neuen Pfarrkirche empor, während die alte Kirche noch mitten auf der Baustelle stand: kleiner, dreischiffig, 35 Meter lang und 14 hoch, war sie am Ende von dem Bau umschlossen, der sie ersetzen sollte, und wurde erst am 2. Juni 1878 abgerissen. Eine Kirche in Cogoleto ist schon im 12. Jahrhundert belegt — ein päpstliches Zinsverzeichnis nennt einen censum olei de Codoleto —, und die Testamente von Schwester Aiguina von 1308 und von Leonetta di Negro von 1312 erwähnen sie wegen Vermächtnissen und Bestattungen. Die Pfarrei wurde am 11. April 1554 geweiht; der Entwurf des 19. Jahrhunderts stammt vom Architekten Maurizio Dufour, der ohne Honorar arbeitete, gefördert vom Marchese Marcello Durazzo und vom Erzpriester Scarrone.
Sehenswertes
In der mittleren Kapelle rechts steht der Altar, den 1500 die Brüder Antonio und Giovanni Colombo, aus derselben Familie wie Christoph Kolumbus, der Kirche schenkten und dafür das Patronat erhielten; später ging es an die Genueser Ansaldo über, Besitzer von Papiermühlen und Kalkbrüchen, die 1603 mit Zustimmung des Bischofs von Savona bei dessen Visitation Giovanni Carlone mit der Predigt Johannes des Täufers beauftragten. Auf der 2019 restaurierten Leinwand ließen sich die Auftraggeber selbst darstellen.
Auf der linken Seite folgen der Tod des heiligen Josef mit den Heiligen Antonius von Padua und Maria Magdalena, 1642 von Orazio De Ferrari signiert und durch die Restaurierung von 2014 wieder lesbar, sowie eine Kreuzigung vom Anfang des 17. Jahrhunderts über dem Tabernakel. Im Baptisterium wird eine Madonna der Apokalypse Anton Maria Maragliano zugeschrieben; das Gewölbe malte Raffaele Albertella 1939, die Krönung Mariens in der Apsiskalotte gab die Familie Ghigliotti bei Luigi De Servi in Auftrag.
Der Besuch
Die Kirche steht an der Piazza della Chiesa im Zentrum von Cogoleto und ist die Pfarrkirche des Ortes: Sie gehört zum Bistum Savona-Noli, die Öffnungszeiten richten sich nach den Gottesdiensten. An den Außenwänden erinnern zwei Inschriften an die alte Burg und an die Verbindungen des Ortes zu den Colombo. Bis 1837 wurde hier drinnen bestattet, weil es keinen Friedhof gab: Daher sprechen so viele mittelalterliche Vermächtnisse von Messen und Gräbern. Im Turm hängen fünf 1986 umgegossene Glocken; die Orgel, 1932 von der Firma Pacifico Inzoli mit pneumatischer Röhrentraktur gebaut, wurde 2015 restauriert.
Tipp der Redaktion
Wir raten, ein paar Minuten vor Carlones Leinwand zu bleiben und unter den Figuren die Gesichter der Ansaldo zu suchen: das Porträt einer Kalkunternehmerfamilie, die sich einen Platz in der Kirche kaufte und sich selbst hineinsetzte. Danach der Colombo-Altar, der den Abriss überstand, weil man ihn im neuen Bau wieder würdig aufstellen wollte.
