⛪ Kirchen und Heiligtümer

santuario del Bambino Gesù di Praga

📍 Arenzano, Ligurien · 49/100

Am 25. September 1900 ließ der Prior der Unbeschuhten Karmeliten von Arenzano, Pater Giovanni della Croce, ein kleines Bild unter der Statue der Madonna vom Berge Karmel anbringen: Es zeigte das Prager Jesuskind, eine Andacht, die in Böhmen entstand, wo das erste Bild 1628 auftauchte, und die Pater Cirillo del Carmelo hierher brachte. Kurz darauf wich das Bildchen einer Statue, die die Markgräfin Delfina Gavotti aus Savona stiftete und die am 2. Juni 1902 gesegnet wurde. Der Rest ging schnell: Pius X. billigte die Bruderschaft vom Heiligen Prager Jesuskind, die Geld zu sammeln begann; 1904 wurde nach dem Entwurf des Ingenieurs Camogli im italienischen Renaissancestil mit dem Bau begonnen, 1908 stand die Kirche. Das 1905 gegründete Heiligtum ist das erste in Italien, das dem Jesuskind geweiht ist; ein Kloster an dieser Stelle war schon im 17. Jahrhundert vorgeschlagen worden, als Stützpunkt für Pilger zwischen der westlichen Riviera und den Genueser Klöstern, doch es dauerte fast drei Jahrhunderte.

Sehenswertes

Der Grundriss ist ein lateinisches Kreuz, die Fassade aus buntem Marmor öffnet sich um eine große Fensterrose. Auf dem Vorplatz trägt eine Marmorsäule an ihrer Spitze eine vergoldete Statue des Kindes: Sie erinnert an die feierliche Krönung der Holzfigur, die am 7. September 1924 Kardinal Rafael Merry del Val mit einer von Pius X. gesegneten Krone vornahm. 1928 weihte Monsignore Giacomo De Amicis, Weihbischof von Genua, den Bau, der den Titel einer Basilica minor trägt.

Im Inneren sind die Flächen mit Keramiken von Angelo Biancini verkleidet, die Wände hängen voller Votivgaben. Guido Galletti schuf die Statuen des heiligen Josef und der Jungfrau; in einer Grotte unter dem Heiligtum formte Eliseo Salino eine Majolika-Krippe mit der Vermählung Mariens, der Begegnung mit der heiligen Elisabeth, der Geburt und der Kindheit Jesu an der Seite Josefs. Die Orgel ist eine Mascioni opus 621 von 1947, 1966 von derselben Firma und 2016 von den Gebrüdern Marin erweitert: elektrische Traktur, 47 Register auf drei Manualen und Pedal, 2803 Pfeifen. Über den Pfeifen hängt in der Apsis das Gemälde, das Renzo Bonfiglio 1965 ausführte, «Die bedürftige Menschheit zu Füßen des Jesuskindes»: In der Menge erkennt man Johannes XXIII., den Doktor Schweitzer, den Schauspieler Gino Cervi und Bruder Tarcisio, der viel für das Heiligtum tat.

Der Besuch

Das Heiligtum steht auf einer Anhöhe an der Via Guglielmo Marconi, etwas außerhalb des Zentrums von Arenzano; vom Vorplatz reicht der Blick über den Ort und die Berge dahinter, und das letzte Stück geht so oder so bergauf. Die Kirche gehört zur Pfarrei der Heiligen Nazarius und Celsus im Vikariat Pra'-Voltri-Arenzano der Erzdiözese Genua. Der Raum, den man betritt, ist nicht mehr der von 1908: 1962 beschloss man wegen des wachsenden Pilgerstroms eine Erweiterung, und 1966 wurden zwei Querhäuser zwischen Apsis und Mittelschiff eingefügt. Bei der Wiedereröffnung war auch Kardinal Josef Beran dabei, der Erzbischof von Prag.

Tipp der Redaktion

Wir empfehlen, unten anzufangen: Die Grotte mit Salinos Krippe liegt unter der Kirche und kostet nur ein paar Minuten, schult aber das Auge für Biancinis Keramiken im Kirchenraum darüber. Danach nehmen wir uns vor Bonfiglios Bild Zeit für die Gesichter: Gino Cervi im Gedränge zu finden ist der schnellste Weg zu begreifen, wie jung und wie wenig museal dieser Ort des Glaubens ist.

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