Am Taufbecken steht die Jahreszahl 1749, ein Jahr vor der Weihe der Kirche im Jahr 1750: Das Stück, das man zuerst brauchte, war früher fertig als der Bau. Die Kirche der Geburt Mariens liegt im Ortsteil Casanova in den Hügeln über Varazze, und die Fassade nennt den Mann, den diese Hänge für sich beanspruchen: In einer Nische über dem Portal steht die Statue des seligen Jacopo da Varagine, der hier geboren wurde. Etwas höher, auf einem benachbarten Hügel, markiert eine Kapelle die Stelle seines Geburtshauses.
Sehenswertes
Der Innenraum hat ein einziges Kirchenschiff mit sechs Seitenkapellen. Der Hochaltar besteht aus Marmor, dahinter zieht sich ein wuchtiges Chorgestühl aus Holz; die Altäre der Kapellen sind dagegen aus Kalk, und über jedem hängt ein Gemälde, datiert zwischen dem 18. und dem 20. Jahrhundert, sodass diese Wandreihe zwei Jahrhunderte unterschiedlicher Aufträge aneinanderreiht. Das Gewölbe ist bemalt, verlangt aber Geduld: Kerzenruß und Zeit haben es so weit nachgedunkelt, dass die Farben nur dort lesbar bleiben, wo Licht hinfällt.
Über dem Eingang steht eine Orgel von Agati-Tronci aus dem Jahr 1894, Opus 1155 der Werkstatt aus Pistoia. Neben dem Presbyterium steht ein Prozessionsschrein mit einer Holzgruppe: Jacopo da Varagine stiftet Frieden zwischen Guelfen und Ghibellinen, geschnitzt um 1930 vom Bildhauer Giovanni Battista Rebagliati aus Savona. Draußen trägt der Glockenturm eine flache Kuppel mit Keramikziegeln, und die Fassade bleibt schlicht, aufgelockert nur durch die kleine Fensterrose und die Nische. Neben der Kirche steht ein kleines Oratorium; in der Nähe liegen die Kapelle der heiligen Katharina und die des Seligen.
Der Besuch
Casanova ist ein Ortsteil von Varazze in der Provinz Savona, erreichbar über die Straße, die das Tal des Teiro hinaufführt; die Kirche ist bis heute Pfarrsitz des Vikariats Varazze im Bistum Savona-Noli. Museumsöffnungszeiten gibt es nicht: Geöffnet wird zu den Gottesdiensten, sonst fragt man besser in der Pfarrei nach. Vom Platz vor der Fassade fällt der Blick das Tal hinunter bis zum Ort Varazze und zum Meer, und das ist einer der besseren Gründe, hier heraufzufahren.
Tipp der Redaktion
Wir kommen am späten Nachmittag, wenn das Licht flach hereinfällt und das nachgedunkelte Gewölbe wieder lesbar wird. Vor der Abfahrt gehen wir dann hinauf zur Kapelle des seligen Jacopo: ein kurzer Weg, und von dort oben versteht man besser, warum die Statue an der Fassade steht und nicht im Inneren.
